Washa Beroschwili neuer Vorsitzende des Ausländerbeirats

Seit knapp zwei Wochen im Amt: Washa Beroschwili ist Vorsitzender des Ausländerbeirat. Er sieht in den nächsten Jahren viel Integrations-Arbeit auf das Gremium zukommen. Foto: Sagawe

Eschwege. Was Washa Beroschwili bei seiner Ankunft in Eschwege vor mehr als elf Jahren sah, entsprach so überhaupt nicht seinen Erwartungen. „Ich bekam einen Schreck und fragte mich: Ist das Deutschland? als ich am Bahnhof Eschwege-West aus dem Zug stieg", erinnert sich der heute 51-jährige Wirtschaftswissenschaftler aus Greorgien. Washa Beroschwili ist seit knapp zwei Wochen Vorsitzender des Eschweger Ausländerbeirats.

FEHLENDE PERSPEKTIVE 

In seiner Heimat war der verheiratete Vater von zwei Töchtern in leitender Position im Verkehrsministerium beschäftigt. Nach einem Regierungswechsel sah er keine Perspektive und entschloss sich zur Auswanderung nach Deutschland.

Beroschwili ist in der Kreisstadt als selbstständiger Immobilienkaufmann tätig. Im Ausländerbeirat arbeitet er seit Jahren mit. Ende November wurde er erstmals in das Gremium gewählt. „Ich möchte helfen“, sagt er. Und das tut er seit Jahren - in seinem Wohnumfeld auf dem Heuberg und mehr oder weniger inoffiziell. „Meine Nachbarn werfen mir wie selbstverständlich ihre Behördenpost in den Briefkasten, wenn sie die nicht verstehen, und ich helfe ihnen bei der Beantwortung“, erzählt er. Der Wirtschaftswissenschaftler hat in Eschwege, wie er sagt, „ein ideales Klima für meine Familie“ gefunden. In seiner Freizeit begleitet er seine Frau gern zum Leichtathletiktraining auf der Torwiese. Die Sportlehrerin ist Trainerin beim Eschweger Turn- und Sportverein (ETSV).

VIEL ARBEIT 

Auf den Ausländerbeirat sieht Beroschwili in der gerade begonnenen Legislaturperiode zusätzliche Arbeit und neue Herausforderungen zukommen. Die steigenden Flüchtlingszahlen würden einiges Engagement erfordern. Hier sieht der Vorsitzende den Schwerpunkt der Arbeit in den kommenden fünf Jahren. „Viele Flüchtlinge kommen nach Deutschland, die meisten haben keine Ahnung davon, was sie hier erwartet“, sagt er. Er sieht „gewaltige Unterschiede“ bei der Integrationsbereitschaft der Neuankömmlinge, und gerade hier einen Ansatzpunkt für die Arbeit des den Ausländerbeirates.

Mindestens einmal im Monat würden sich die Mitglieder des Beirates treffen. Die Sitzungen der politischen Gremien der Kreisstadt werden besucht, um dort die Interessen der ausländischen Eschweger zu vertreten. „Natürlich hoffen wir darauf, dass Ramiz Arifi uns auch weiter unterstützt“, so Beroschwili, der darauf setzt, dass sich sein Vorgänger mit all seiner Erfahrung auch in Zukunft einbringt.

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