Wassergebühr: Eschweger SPD will anderes Modell

Wasser wird teurer: In Eschwege werden die Wassergebühren kräftig steigen. Die SPD will die neue Grundgebühr breiter verteilen als bisher vorgesehen. Foto: Archiv

Eschwege. Die Eschweger SPD will den Wasserpreis nach einem anderen Modell abrechnen, als es das vorläufige Konzept der Betriebskommission vorsieht. Angesichts eines hohen Defizits hatte der Eigenbetrieb Wasserversorgung für das kommende Jahr die Einführung einer Zählergebühr angekündigt, die für jeden der 6800 Hausanschlüsse erhoben werden soll.

Die bisher von der Betriebskommission favorisierte Abrechnung der Wasser-Grundgebühr über die Inhaber der Hausanschlüsse ist nach Auffassung der SPD-Fraktion in der Eschweger Stadtverordnetenversammlung ungerecht. „Im Sinne größtmöglicher Gebührengerechtigkeit soll jeder Haushalt, der die von den Stadtwerken für die Wasserversorgung bereitgestellte und unterhaltene Infrastruktur ja in gleicher Weise nutzt, auch in gleicher Höhe seinen Beitrag entrichten“, argumentiert der Stadtverordnete und Bürgermeisterkandidat Jörg Heinz.

Deswegen wollen die Sozialdemokraten der Betriebskommission und der Stadtverordnetenversammlung jetzt vorschlagen, die Grundgebühr auf die etwa 10 000 Haushalte zu verteilen, statt wie bisher geplant auf die nur 6800 Verbrauchsstellen. Die Grundgebühr werde so auf die größtmögliche Zahl der Wassernutzer umgelegt und könne damit vergleichsweise gering gehalten werden, argumentiert Heinz.

Insgesamt sollen die Einnahmen aus der Wassergebühr um rund 25 Prozent erhöht werden, um das vorhandene Defizit von 270 000 Euro sowie folgende Fehlbeträge aufzufangen. Während gegenwärtig nahezu der gesamte Wasserpreis über die Verbrauchsmenge kalkuliert wird, soll vom kommenden Jahr an zusätzlich eine fixe Grundgebühr erhoben werden. Der Wasserhaushalt, der wie alle Gebührenhaushalte ausgeglichen sein muss, ist ins Defizit geraten, weil der Wasserverbrauch ständig sinkt, gleichzeitig aber hohe und verbrauchsunabhängige Fixkosten zur Aufrechterhaltung der Infrastruktur entstehen. Die machen fast siebzig Prozent der Wasserkosten aus.

Mit der Umlegung auf alle Wohneinheiten sowie sonstige und gewerbliche Nutzungseinheiten vergrößere sich der Kreis der erfassten Wasserabnehmer, sagt Heinz. „Damit wird für den einzelnen Privatkunden die Belastung beim Wasserpreis so gering wie möglich gehalten“, so Heinz, „außerdem wird so jeder Haushalt beim Wasserverbrauch gleich behandelt und somit ein Höchstmaß an Gerechtigkeit erzielt. Bei der Umlegung der Grundgebühr auf die Hausanschlüsse würden Haushalte in einem Mehrfamilienhaus wie beispielsweise im Deltahochhaus an der Augustastraße mit über 50 Mietparteien gegenüber einem Einfamilienhaus deutlich begünstigt. „Das wäre eine massive Ungleichbehandlung der Wasserkunden und damit eine Ungerechtigkeit“, sagt Heinz.

Von Harald Sagawe

Kommentare