In Niederdünzebach sprudelt der Kirchbrunnen wieder

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Nach fast 80 Jahren fließt nun wieder Wasser aus dem Kirchbrunnen: Ulli Knigge führt im Beisein von Alexander Heppe, Berthold Konar und Lothar Nöding (v.l.) die Pumpe vor. Foto: Skupio

Niederdünzebach. Unter reger Anteilnahme des gesamten Ortes weihten die Niederdünzebacher am Samstagmorgen ihren neu gestalteten Brunnen mit einem Gottesdienst ein.

Spontan verlegte Pfarrer Gernot Hübner seine Andacht wegen des herrlichen Wetters vor die Kirche an den neuen Brunnenplatz. Der aber kann sich sehen lassen. Die engagierten Männer um Ortsvorsteher Berthold Konar und den Heimatvereinsvorsitzenden Ulli Knigge haben im Eschweger Stadtteil ganze Arbeit geleistet und Niederdünzebach zu einem neuen Schmuckstück verholfen, nachdem der Brunnen 1965 beim Straßenbau einfach zugeschüttet worden war. Mit der Freilegung und Wiederherstellung des rund 200 Jahre alten Brunnens wurde zusätzlich das Kriegerdenkmal restauriert, die Kirchtreppe wiederhergestellt und eine Bank installiert, die mit Blick auf Brunnen und Rosenbeete zum Verweilen einlädt. Eine am Brunnen aufgestellte Steinfigur zeigt passenderweise einen Wasserträger.

Der niederländische Bildhauer Aaart Schonk, der in Niederdünzebach sein Atelier hat und bereits eine Büste des niederländischen Königs Willem Alexander schuf, meißelte die Figur anhand einer historischen Fotografie aus den 1920er Jahren. Darauf zu sehen ist der Dünzebacher Reinhard Herwig, wie er mit einem Holzbottich auf dem Rücken Wasser holt. Enkel und Urenkel Herwigs enthüllten daher gemeinsam die Wasserträger-Skulptur. Kreisbeigeordneter Lothar Nöding überbrachte die Glückwünsche des Werra-Meißner-Kreises und auch Bürgermeister Alexander Heppe gratulierte zum neu gestalteten Brunnenplatz.

„Der Stadtteil hat unglaublich gewonnen. Wasser ist schließlich der Quell des Lebens und ich danke allen Beteiligten für ihr Engagement, denn damit beweisen sie Verantwortung für die Gemeinschaft“, lobte Heppe. Knapp drei Jahre haben die Arbeiten mit Freilegung des Brunnens in neun Meter Tiefe gedauert. Ein guter Grund, den neuen alten Brunnen zu feiern. Das taten die Dünzebacher dann bei Livemusik und Bratwurst.

Von Wolfram Skupio

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