Interneteinkauf bereitet Einzelhandel in der Region immer größere Probleme

Weihnachtsgeschäft im Kreis lief schlechter als 2012

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Werra-Meißner. Das Weihnachtsgeschäft im Einzelhandel im Werra-Meißner-Kreis hat sich im Vergleich zu den Vorjahren nicht verbessert.

Auf Nachfrage dieser Zeitung sagten Einzelhandelsexperten aus Eschwege, Witzenhausen, Sontra und Hessisch Lichtenau, dass die Geschäfte bestenfalls gleichbleibend waren, eher schlechter bewertet wurden. Der Internethandel sei eine starke Konkurrenz geworden.

Der ganz große Ansturm sei ausgeblieben, die Frequenz in der Innenstadt habe sich im normalen Rahmen gehalten, sagt Uwe Heinemann, stellvertretender Vorsitzender des Stadtmarketings in Eschwege. Heinemann führt die größte Buchhandlung in der Kreisstadt und sagt für sich, zufrieden mit dem Weihnachtsgeschäft gewesen zu sein. Ein Buch gehöre nach wie vor unter den Weihnachtsbaum. Gegen den Internethandel könnten sich seine Geschäfte behaupten.

Anders sehen die Konkurrenz aus dem Internet Hubertus Erner aus Witzenhausen und Angelika Hinkel aus Hessisch Lichtenau. Die Gewerbevereinsvorsitzenden ihrer Städte haben festgestellt, dass das Angebot aus dem Netz das Weihnachtsgeschäft in diesem Jahr noch stärker als in den Vorjahren beeinflusst habe. In Witzenhausen sei das Weihnachtsgeschäft rückläufig, sagt Erner. Hinkel, die in ihrem Foto-Geschäft auch einen Paketshop betreibt, hat festgestellt, dass der Rücklauf zu den großen Internet-Warenhäusern größer geworden ist. "Also musste vorher ja auch etwas bestellt worden sein", sagt sie.

Und noch ein Problem hat sie für ihre Stadt ausgemacht: Die Nähe zu Kassel und die Straßenbahn machten sich negativ bemerkbar. "Die Straßenbahn zieht mehr Kunden weg, als sie neue bringt", sagt Angelika Hinkel.

Durchaus zufrieden zeigte sich Axel Fahnert, Sprecher des Gewerbevereins Sontra. Allerdings bedauert er, dass die Kundenströme nicht mehr ausschließlich durch die Einkaufsstraße fließen.

Von Tobias Stück

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