Tag der Kriminalitätsopfer

Weißer Ring betreut im Werra-Meißner Kreis pro Jahr 50 Opfer

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Helfen Opfern von Kriminalität: Wolfgang Thiel, Helga Bachmann und Roger Dietrich (von links) arbeiten im Werra-Meißner-Kreis für den Weißen Ring.

Eschwege. Fünfzig Opfer von Kriminalität betreut der Weiße Ring im Werra-Meißner-Kreis jedes Jahr. Die Organisation hilft bei der Verarbeitung des Vorfalls, bei der Bewältigung der Folgen und manchmal auch mit Geld. Am Sonntag zum Tag der Kriminalitätsopfer erinnert der Weiße Ring an die Situation der durch Kriminalität und Gewalt geschädigten Menschen, die auf Schutz, praktische Hilfe und Solidarität angewiesen sind.

„Für uns stehen die Opfer im Mittelpunkt“, sagt Roger Dietrich, der den Weißen Ring im Werra-Meißner-Kreis seit 18 Jahren leitet. 1981 wurde die Außenstelle gegründet. Zehn ehrenamtliche Opferhelfer unterstützen die Betroffenen.

Zwei von ihnen sind Helga Bachmann und Wolfgang Thiele. Beide engagieren sich erst neuerdings und sind durch ihre berufliche Tätigkeit bestens mit der Thematik vertraut. Bachmann war für die Beratungsstelle Frauen für Frauen tätig, Thiel ist pensionierter Polizeibeamter. „Der Verlust an Sicherheit ist das Problem“, erklärt Thiel die Gefühlslage von Gewaltopfern, „sie leben oft in ständiger Angst davor, dass es jederzeit wieder geschehen könnte.“

Vor allem wenn die eigene Wohnung Tatort war, hätten die Opfer ganz häufig Schwierigkeiten, den Vorfall zu verarbeiten. Häusliche Gewalt und Einbruch zählen zu diesen Delikten. „Wenn der Schutzraum, die eigene Wohnung, verletzt wurde“, sagt Roger Dietrich, „ist das ein einschneidendes Erlebnis, das traumatisiert.“

Der Weiße Ring finanziert sich und die Unterstützung der Opfer ausschließlich aus Spenden und Mitgliedsbeiträgen. Materielle Hilfe bekommen ausschließlich die Betroffenen, die darauf angewiesen sind. Helga Bachmann nennt zwei Beispiele: Wenn Frauen vor häuslicher Gewalt flüchten und alles zurücklassen oder wenn alte Menschen alles an Trickbetrüger verloren haben.

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