Weiter Diskussion um Gewerbegebiet

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Goldene Äcker Reichensachsen

Langenhain.  Wegen der ersten Nachtragssatzung für den Wehretaler Haushalt hat am Montagabend eine kurzfristig einberufene Sitzung der Gemeindevertreter stattgefunden. Bei den Mitgliedern der FWG stieß das auf ein leichtes Magengrummeln: Nur zwei der sieben Vertreter konnten teilnehmen, die anderen konnten ihre Termine für diesen Abend so schnell nicht mehr verlegen.

Der Nachtragshaushalt

Eingebracht werden muss der erste Nachtragshaushalt für das Jahr 2016 laut Wehretals Bürgermeister Jochen Kistner deshalb, weil die Gemeinde eine Fläche mitsamt einer Scheune in Oetmannshausen angekauft hat. „Die Kommunalaufsicht hätte gerne, dass wir das in einer Nachtragssatzung einbringen.“

Eingearbeitet wurden dann auch einige andere Veränderungen. „Dadurch, dass man im Ergebnishaushalt Mehreinnahmen von 114 000 Euro hat, auf der anderen Seite aber auch der Aufwand um 114 394 Euro gestiegen ist, bleibt die Haushaltslage nahezu unverändert.“

Die Gewerbegebiete

Drei Berichte gab es am Montagabend vom Vorsitzenden des Umwelt-, Planungs- und Bauausschusses Jürgen Wagester. Der eine befasste sich mit den Überlegungen, das Gewerbegebiet am Riedweg in Reichensachsen in ein Mischgebiet zu verwandeln, damit dort auch Wohnhäuser gebaut werden dürfen, ein zweiter mit dem möglichen Ankauf von Ackerflächen.

Bereits hier regte sich Widerstand aus den Reihen der FWG: „In der Nachtragssatzung sind dafür 250 000 Euro eingestellt, was einem Quadratmeterpreis von gut drei Euro entsprechen würde, will die Gemeinde acht Hektar ankaufen“, rechnet Dr. Claus Wenzel vor. Für seinen Fraktionskollegen und Landwirt Joachim Rauschenberg viel zu viel: „Ich habe damals 98 Cent für den Quadratmeter bekommen, als ich für die Autobahn verkauft habe, die drei Euro würden den Markt kaputt machen“, schimpft er. Kistner hingegen verweist darauf, dass der Preis noch nicht feststehe.

Ebenfalls hitzig diskutiert wurde die Weiterentwicklung des geplanten Gewerbegebietes „Auf den Goldenen Äckern“ am Ortsausgang von Reichensachsen in Richtung Eschwege. Während die SPD („Das Hochwasser auf dem Gebiet damals war eine Ausnahmesituation und kann nicht ständig herangezogen werden“ – Dieter Neuser) und die CDU („Das Gewerbegebiet schafft Arbeitsplätze“ – Dorothea Henkelmann) dem Vorhaben positiv gegenüberstehen, bleibt die FWG skeptisch: „Wir versiegeln gutes Ackerland, ohne zu wissen, wie viele Interessenten es wirklich gibt“, sagt Claus Wenzel. Und falls sich die Tankstelle wirklich verlagern würde, stehe dann deren altes Gebäude samt der Fläche im Ort leer. „Und das kann auch nicht gewollt sein.“

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