Zwischen den Zeilen - ein Kommentar

Die Welt zu Gast bei Freunden

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Tobias Stück

Es gibt sie natürlich, die Kritiker des Open Flairs. Zu Recht. Man muss nicht alles grundsätzlich gut finden, was die Masse begeistert.

Die Musikstile sind teilweise speziell und sicher nichts für die breite Masse. Zum anderen sind die Missstände, die so eine Großveranstaltung mitsichbringt, nicht von der Hand zu weisen. Für so ein Verkehrsaufkommen ist eine Kleinstadt wie Eschwege und die umliegenden Gemeinden nicht gerüstet. Wo 20 000 Menschen zusammenkommen, entsteht Müll, bei jungen Menschen besonders viel. Und dass es laut wird, die Innenstadt überfüllt ist, das lässt sich auch nicht vermeiden.

Aber seien wir doch mal ganz ehrlich: Überwiegen die Vorteile nicht deutlich? Die Eschweger Innenstadthändler reiben sich seit Wochen die Hände und freuen sich auf den Umsatz. In der ohnehin flauen Sommerferienzeit kurbeln die Besucher des Open Flairs den Einzelhandel ordentlich an. Kneipen und Restaurants sind dieser Tage immer gut gefüllt. Das Open Flair, so hat Festivalchef Alexander Feiertag verraten, generiert einen Millionenumsatz - für den Arbeitskreis und für die Geschäftswelt.

Dass von den vielen jungen Menschen, die nach Eschwege kommen, um Spaß zu haben, auch nur einer hier bleiben wird, wäre vermessen zu glauben. Aber Eschwege hat die große Chance, sich als gute Gastgeber zu präsentieren und so langfristig im Gedächtnis zu bleiben. Die Fußball-Weltmeisterschaft in Deutschland vor acht Jahren hat es vorgemacht. Seit dem Sommermärchen 2006 hat sich das Bild, das unser Land in der Welt abgibt, verbessert. Eschwege hat diese Möglichkeit jedes Jahr - und das ist mit Geld nicht aufzuwiegen. Also nutzen wir die Chance und sind - einmal mehr - gute Gastgeber.

Von Tobias Stück

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