Freischaltung bei fünf bis 20 Prozent

Nur wenige nutzen den Chip im Ausweis

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Werra-Meißner. Seit drei Jahren gibt den scheckkartengroßen und mit einem Chip ausgestatteten Personalausweis, mit man sich auch im Internet ausweisen kann. Nicht überall machen die Besitzer davon Gebrauch.

Zahlen liegen Ilka Kühnemuth vom Service-Büro in Bad Sooden-Allendorf zwar nicht vor, sie schätzt aber, dass etwa 20 Prozent den Chip aktivieren. „Ein Grund dafür könnten die Anschaffungskosten für Geräte sein, die man für die Nutzung im Internet benötigt“, sagt sie. Ein Lesegerät, mit dem sich der Perso-Besitzer im Internet ausweisen kann, kostet etwa 30 Euro. Einige fürchteten auch, dass ihre Daten in falsche Hände geraten könnten.

Insgesamt seien jüngere Menschen aufgeschlossener. „Sie sind mit dem Internet aufgewachsen und gehen anders mit ihren Daten um“, sagt Kühnemuth. Senioren dagegen ließen den Chip in der Regel deaktivieren.

Ähnlich sieht es in Eschwege aus. Dort entscheiden sich sogar nur zwischen fünf und zehn Prozent dafür, den Chip freischalten zu lassen, schätzt Uwe Schäffer, Fachdienstleiter des Bereichs Ordnung. „Viele sehen einfach keinen Nutzen in dem Angebot und sagen, sie brauchen die Funktion nicht“, sagt Schäffer.

Ein anderes Bild zeigt sich in Witzenhausen. Dort lassen 80 Prozent ihren Chip aktivieren. „Ob sie ihn dann auch wirklich gebrauchen, wissen wir natürlich nicht“, erklärt Petra Fischer vom Witzenhäuser Einwohnermeldeamt. Bedenken gebe es kaum. Das Ausschalten des Chips ist zwar kostenlos. Will man den Chip später aber doch nutzen, fallen 6 Euro an. „Vielleicht ist das ein Grund für viele, ihn gleich aktivieren zu lassen.“

Nach Angaben des zuständigen Bundesinnenministeriums wurden bundesweit in den vergangenen drei Jahren mehr als 23,5 Millionen neue Personalausweise ausgegeben. Lediglich 6,7 Millionen Inhaber hätten die Online-Ausweisfunktion aktiviert. (nis/vsz) HINTERGRUND, ZUM TAGE

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