2015 wurden 23 Jugendliche ins Krankenhaus eingeliefert

Weniger Komasäufer: Aufklärungsarbeit wirkt

Werra-Meißner. Die Zahl der Jugendlichen, die mit einer Alkoholvergiftung ins Krankenhaus eingeliefert werden, hat sich in den vergangenen zehn Jahren kontinuierlich verringert.

Wie 2014 meldete das Klinikum Werra-Meißner mit seinen Standorten in Eschwege und Witzenhausen im vergangenen Jahr 23 Fälle. Vor acht Jahren wurden noch 40 Einweisungen registriert.

Gewertet wurden nur Jugendliche unter 18 Jahren. Im vergangenen Jahr waren die Patienten zwischen 13 und 17 Jahren alt. „Wir hatten allerdings schon Fälle, in denen Elfjährige eingeliefert wurden“, sagt Harald Nolte, Leiter der Fachstelle für Prävention und Suchthilfe in Eschwege. Über ein Geschlechterproblem sagt die Statistik nichts aus. 2015 wurden elf Jungen und zwölf Mädchen eingeliefert. Der Promillegehalt der Jugendlichen lag dabei zwischen 0,58 und 2,25. „Die Jugendlichen sind sensibler geworden und reagieren schneller, wenn jemand zu viel getrunken hat“, sagt Harald Nolte.

Die Zahlen stammen von den Notaufnahmen in Witzenhausen und Eschwege. In Eschwege wurden im vergangenen Jahr 20 Fälle registriert, in Witzenhausen drei. Auffällig: Bis Dezember waren kreisweit nur 13 Fälle von Alkoholvergiftungen bei Jugendlichen bekannt. Im Dezember schnellte die Statistik hoch. Partys rund um das Weihnachtsfest könnten ein Indiz sein, sagt Stadtjugendpfleger Rigobert Gassmann.

Die Suchtprävention macht die intensive Aufklärungsarbeit in den vergangenen Jahr für die Verbesserung der Statistik verantwortlich. Sowohl Suchtberater als auch Jugendpfleger und Polizei seien im Einsatz gegen übermäßigen Alkoholkonsum. Noch im Krankenhaus wird den Jugendlichen ein Gespräch mit einem Psychologen angeboten. Laut Fragebogen hatten die meisten Patienten mit Freunden getrunken. Wodka ist nach Angaben von Gassmann die Hauptursache für Alkoholvergiftungen.

Von Tobias Stück 

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