Wenn die Nationalelf gewinnt, verkauft die Eschweger Brauerei mehr Bier

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Bei Sonnenschein wird mehr getrunken: Das milde Frühjahr hat den Bierumsatz im Vergleich zum Vorjahr ohnehin ansteigen lassen. Die Fußball-Weltmeisterschaft sorgt für zusätzliche Belebung - aber nur wenn die Nationalelf siegt. Foto: privat

Eschwege. Die Fußballweltmeisterschaft in Brasilien wirkt sich bis auf den Kreis aus. Die Eschweger Andreas Klosterbrauerei (AKE) bestätigt auf Anfrage, dass die Bierproduktion auch durch die Fußball-WM gesteigert wurde.

„Jetzt ist Hochsaison in der Brauerei", sagt die Öffentlichkeitsbeauftragte Tanja Beck. Genaue Zahlen konnte sie nicht liefern. Grundsätzlich sei der Bierabsatz in den ersten vier Monaten des Jahres aber gestiegen.

Die erhöhte Bierproduktion hängt nicht ausschließlich mit der WM in Brasilien zusammen. „Aktuell ist die Zeit der Feste und Feiern und dies in Kombination mit der WM und diesem sommerlichen Wetter lässt den Durst in die Höhe schnellen“, sagt Beck. Mit Anbruch der Kirmessaison und den sommerlichen Temperaturen steige die Arbeit in der Eschweger Klosterbrauerei massiv an.

Dank des milden Frühlings und des vielen Sonnenscheins könne sich die Braubranche aber schon jetzt nicht beklagen, sagte Holger Eichele, Hauptgeschäftsführer des Deutschen Brauer-Bundes. In den ersten vier Monaten habe der Gesamtbierabsatz in Deutschland mit 29,5 Millionen Hektolitern um viereinhalb Prozent über dem Vergleichszeitraum im Vorjahr gelegen. Das bestätigt auch Tanja Beck von der Eschweger Klosterbrauerei: „Zur Erinnerung: 2013 war das Frühjahr extrem kühl und nicht bierfreundlich.“ Hinzu kommen viele Aktivitäten der Brauerei im Jubiläumsjahr: Die Blauen Nächte, die Retroetiketten und ab nächster Woche ein Kronenkorkensammelspiel sind detailliert in den Produktionsplan aufgenommen.

Auch eingerechnet ist die Fußball-WM: „Fußball in geselliger Runde in der Kneipe, beim Public-Viewing oder bei der privat geplanten Party bringt erfahrungsgemäß zusätzlich Schwung ins Biergeschäft - besonders, wenn die Deutsche Nationalmannschaft spielt und gewinnt“, sagt Tanja Beck.

Diese Zahlen widersprechen dem Trend, denn eigentlich geht der Bierabsatz in Deutschland seit 2007 stetig zurück. Die Hersteller erklären dies mit der schrumpfenden Bevölkerung und veränderten Konsumgewohnheiten. Die Klosterbrauerei hat reagiert und erweitert das Sortiment seit Jahren. „Die alkoholfreien Pils und Weizen erfreuen sich großer Beliebtheit“, sagt Beck.

Von Tobias Stück

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