Niedrigere Grenzwerte sorgen aber für Verbesserung

Werra dreckiger als zu Kriegszeiten

Werra-Meissner. Trotz härterer Auflagen für den Kali-Produzenten K+S bleibt die Werra auch nach 2020 dreckiger als zu Zeiten des Zweiten Weltkriegs. Das geht aus einer Stellungnahme der Werra-Weser-Anrainerkonferenz (WWA) zur jüngsten Einleitgenehmigung des Regierungspräsidiums Kassel (RP) hervor.

Durch die Salzabwässer aus der Kali-Produktion darf der Grenzwert derzeit bis auf 90 Grad deutscher Härte (90° dH) steigen. Dieser Wert gilt noch bis 2015. Danach soll er durch einen Grenzwert für Magnesiumgehalt ersetzt werden, der ab Ende 2019 am Pegel Gerstungen bei 230 Milligramm pro Liter liegen soll. Umgerechnet entspreche das einem Härtegrad von 60. Damit wäre immer noch der kriegsbedingte Wert aus dem Jahr 1942 überschritten, der bei 55° dH liege, teilte der WWA-Vorsitzende Dr. Walter Hölzel (Grüne) mit.

RP und K+S sorgten nur scheinbar für eine Entlastung von Werra und Weser. Zwar soll die Menge der Abwässer in den kommenden drei Jahren von zehn auf acht Millionen Kubikmeter reduziert werden. „Tatsache ist aber, dass in den letzten 20 Jahren durchschnittlich weniger als 4,7 Millionen Kubikmeter in die Werra eingeleitet worden sind“, heißt es in der Stellungnahme. Das RP bestätigte, dass sich die Wasserqualität im Vergleich zu den Kriegsjahren nicht verbessert. Aber es werde „deutlich besser als jetzt“. (clm)

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