Werra-Kreuzung: Händler sind weiter nicht mit Informationen und Plänen einverstanden

Hier gibt es Probleme: Die Kreuzung an der Werra (1) und der Stad sollen umgestaltet und verkehrsberuhigt werden. Hier darf man dann nur noch 20 Stundenkilometer fahren. Geschäftsleute an der Wiesenstraße (2) und dahinter (3) sowie in Brückenhausen (4) befürchten dadurch Umsatzeinbußen. Besser vermarktet werden soll fortan der Parkplatz Werdchen (5). Foto: Greim/Archiv

Eschwege. Im Streit zwischen Eschweger Händlern und der Stadt Eschwege wegen des Umbaus der Kreuzung Brückenstraße/Stad scheint vorerst keine Einigung in Sicht. Auch nach einem Erörterungstermin am Dienstagabend zeigten sich die Händler nicht einverstanden mit den Planungen der Stadt.

Wir klären die wichtigsten Fragen in dieser Meinungsverschiedenheit.

? Was beklagen die Händler von Brückenhausen, Stad und Wiesenstraße?

! Sie sind unzufrieden mit der Informationspolitik der Stadtverwaltung. Auf Anfrage des Stadtmarketings sei ihnen gesagt worden, dass der Umbau „erst in zwei bis drei Jahren stattfinden soll“. Dass jetzt ab August gebaut wird, habe sie überrascht. Sauer sind sie auch, dass ein gemeinsamer Gesprächstermin erst nach der Beschlussfassung in der Stadtverordnetenversammlung vereinbart wurde. „Den Abgeordneten wurde außerdem suggeriert, dass wir mit den Bauplänen einverstanden sind“, sagt Kurt Eisenträger vom gleichnamigen Autohaus in der Brückenstraße.

? Sind die Händler mit den Bauplänen einverstanden?

! Nein. Björn Zeuch vom Edeka Markt in der Dünzebacher Straße spricht von einem Luxus, den sich die Stadt nicht leisten kann. Eine Vollsperrung von drei Monaten während der Bauphase sei für die Händler, die von der Straße leben, eine Katastrophe. Außerdem befürchtet er, dass die Verkehrsberuhigung mit 20 Stundenkilometern eine schleichende Einführung einer Fußgängerzone sei. „So wird der Verkehr weggeführt“, sagt Zeuch.

? Wie reagiert die Stadt auf die Vorwürfe?

! Der gepflasterte Platz werde keine Fußgängerzone werden, versicherte Bürgermeister Alexander Heppe. Wer zu den Geschäften wolle, könne selbstverständlich weiter die Strecke nutzen. Jedes Fahrzeug, ob Auto, Bus oder Lkw, könne weiterhin die Straße befahren. Zukünftig könne man von Grebendorf kommend auch wieder links abbiegen. „Unser Ziel ist es, den Durchgangsverkehr, der die Strecke als Abkürzung zur B 249 benutzt, herauszufiltern“, sagte Wolf vom Bauamt?

? Was sagt die Stadt zu ihrer Informationspolitik?

! Der Umbau sei seit 2006 Thema in den Gremien. „In zahlreichen öffentlichen Ausschusssitzungen haben wir die Planungen diskutiert, dazu in zahlreichen Zeitungsartikeln Stellung genommen“, sagt Heppe. Die unmittelbaren Anlieger am Stad seien jüngst auch über den Baubeginn informiert worden.

? Gab es eine Lösung in diesem Gespräch?

! Einige der Händler waren damit zufrieden, dass die Strecke auch nach dem Umbau für jede Art von Verkehr freigegeben sei. Sie plädierten dafür, mit Hinweisschildern rechtzeitig auf die Händler und die kostenlosen Parkplätze auf dem Werdchen hinweisen zu dürfen. Das sagte das Ordnungsamt zu. Eisenträger kündigte indes an, rechtliche Schritte gegen das Bauvorhaben zu prüfen. Pro und Kontra

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