Zahl der über 65-Jährigen mit Job steigt

1200 Rentner im Kreis müssen zusätzlich noch arbeiten

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Startklar: Sascha Rais (von links), Torben Jakob, Dorothea Noll und Kevin Fischer besuchen die Paul-Moor-Schule. Alfred Ingrisch fährt sie und rund 130 weitere Schüler mit seinen Kollegen dorthin und holt sie mittags wieder ab.

Werra-Meißner. Immer mehr Rentner im Werra-Meißner-Kreis gehen noch arbeiten. Lag die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten über 65 Jahre 2011 noch bei 79, hat sie sich 2015 mit 154 fast doppelt.

Zudem nimmt die Zahl derer zu, die ihre Rente durch eine geringfügig entlohnte Beschäftigung aufbessern: Die Anzahl der Minijobber, deren Einkommen 450 Euro nicht überschreitet, stieg im selben Zeitraum von 906 auf 1051 an. Ebenfalls hat sich die Zahl der älteren Arbeitssuchenden seit 2012 von vier auf zwölf erhöht, darunter fünf Arbeitslose (Stand: Februar 2016). Für die Anstiege sieht Silke Sennhenn von der Arbeitsagentur mehrere Gründe: „Einige arbeiten sicherlich noch, weil ihre Rente nicht reicht, andere fühlen sich einfach noch nicht so alt, haben Spaß an der Arbeit und wollen weiter gebraucht werden.“ 

Hinzu kämen der Fachkräftebedarf der Älteren aufgrund ihrer Kompetenzen und die Auswirkungen der Rente ab 63. Deren Einführung 2015 hat sich in vielen Branchen positiv auf die Anzahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten über 65 Jahre ausgewirkt. So auch in den Branchen Handel, Instandhaltung und Reparatur von Fahrzeugen sowie verarbeitendes Gewerbe, in denen die noch arbeitenden Senioren vorwiegend beschäftigt sind. Während die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten von 2012 bis 2014 recht konstant geblieben ist, wurde 2015 ein Anstieg um fünf beziehungsweise sechs Rentner dokumentiert. 

Im vergangenen Jahr verzeichnete die Branche Handel, Instandhaltung und Reparatur von Fahrzeugen somit 28, das Gewerbe 20 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte sowie 208 beziehungsweise 125 Minijobber. „Anhand dieser Zahlen wird deutlich, dass Arbeitgeber dazu übergehen, Älteren ein lukratives Angebot zu machen, um sie im Betrieb zu halten“, sagt Sennhenn. 

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