Gefahr für Weidetiere

Giftiges Jakobskreuzkraut breitet sich auf Wiesen im Kreis aus

Werra-Meißner. Das giftige Jakobskreuzkraut ist auf Wiesen im Kreis gesichtet worden. Das gelbblühende Gewächs ist vor allem für Pferde, aber auch Rinder, Schafe und Ziegen gefährlich.

Anders als andere giftige Kräuter verliert das Jakobskreuzkraut sein Gift weder beim Trocknen, also im Heu, noch in der Silage. Es lagert sich in der Leber der Tiere ab und führt zu Vergiftungen, Leberzirrhose bis hin zum Tod der Tiere. Die Pflanze hat jetzt ihre Hochblüte. Deshalb könne man schwierig sagen, ob neue Pflanzen aufgetaucht sind, sagt Uwe Roth vom Kreisbauernverband. Bis zur Blüte vergehen außerdem noch drei Jahre, in denen man das Kraut schwierig erkennen kann. „Danach wird es wie eine Pusteblume“, sagt Anita von Drach aus Rommerode, die sich dieses Jahr wieder um ihre Pferde sorgt.

Wie viele andere Tierhalter muss sie die Pflanzen mit der Hand aus der Erde ihrer Weiden herausreißen. Das giftige Kraut bevorzugt besonders Naturweiden, die wenig gedüngt werden. Schwierig sei auch, wenn es auf der Nachbarwiese wächst. Chemische Mittel helfen wenig, sagt Roth. Denn das zöge eine Sperrfrist von vier Wochen für die Weidennutzung hinter sich und das könnten sich viele nicht leisten. Ein Mittel ausschließlich gegen das giftige Kraut gebe es nicht. Tierärztin Sabine Rathge aus Bad Sooden-Allendorf behandelt Tiere mit KolikErscheinungen. 

Allerdings nur auf Verdacht, wenn die Leberwerte schlecht sind. Anzeichen auf eine Vergiftung seien, wenn Tiere nicht mehr richtig fressen oder oft liegen. Die Straßenbauverwaltung hat laut Roth das Kraut in Saatmischungen jahrelang mit ausgesät. Von Hessen Mobil heißt es: „Wir verwenden seit Mitte der 1980er Jahre für Ansaaten ausschließlich Regel-Saatgut-Mischungen (RSM) mit und ohne Kräuter. Da RSM ein hohes Maß an Reinheit gewährleistet, kann ausgeschlossen werden, dass darin Jakobskreuzkraut enthalten ist.“ 

Von Valerie Schaub

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