Arten anderer Kontinente stören laut EU-Liste das Ökosystem

Werra-Meißner: Herkulesstaude und Waschbär unerwünscht

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Stört das Ökosystem im Werra-Meißner-Kreis: der Waschbär.

Werra-Meißner. 37 nicht ehemals heimische Tier- und Pflanzenarten, die sich in Europa ausgebreitet haben, sollen bei Import, Verkauf und Zucht eingeschränkt werden. So sieht es eine Liste der Europäischen Union vor, laut der diese invasiven Arten der biologischen Vielfalt schaden.

Im Kreis betrifft dies Waschbär und Herkulesstaude, die verdrängt und an ihrer Vermehrung gehindert werden sollen. Dem Vorsitzenden des Nabu-Kreisverbands, Konrad Volkhardt, geht dieser Vorstoß nicht weit genug. Zum Beispiel fehle das sich massiv ausbreitende Springkraut sowie das für Pferde giftige Jakobskreuzkraut, das vor einigen Jahren an Bundes- und Kreisstraßen erstmals in Erscheinung trat. „Außerdem darf der Waschbär nicht mehr als jagdbares Wild gelten, sodass er nicht länger nur von Jägern, sondern von jedem erlegt werden kann wie Ratten und Mäuse.“ Anders sei dessen lawinenartige Vermehrung nicht mehr zu stoppen.

Auch für Thomas Reimann, Vorstandsmitglied im BUND-Kreisverband, ist der Waschbär ein Horror – insbesondere, wenn er über Nacht wie im Rausch wieder Tausende Erdkrötenweibchen aufgebrochen hat, um an ihre Eier zu kommen. Doch könne man sich mit dem schlauen Tier, das sich in Wohngebiete zurückziehe, nur arrangieren und darauf hoffen, dass Krankheiten wie Staupe für natürliche Auslese sorgen. „Das will der Mensch aber auch wieder verhindern.“ Reimann warnt davor, alles nur schwarz-weiß zu sehen: „Das Springkraut ist für bestäubende Insekten wie Bienen und Hummeln eine Alternative zu den Steinwüsten, zu denen Vorgärten derzeit umfunktioniert werden.“ 

Für Ralf Meusel, Funktionsbeamter Naturschutz beim Forstamt Hessisch Lichtenau, ist die Liste nur eine Momentaufnahme: „Wichtig ist, dass es genug Akteure gibt, welche gefährliche invasive Arten erkennen, beurteilen, Handlungsstrategien entwickeln und umsetzen.“

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