Ein Drittel der Fläche für Flora und Fauna ist besonders geschützt

Werra-Meißner-Kreis hat die meisten Schutzgebiete für Pflanzen und Tiere in Hessen

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In die FFH-Gebiete eingebunden sind die Flächen des Naturparks Meißner-Kaufunger Wald

Eine einzigartige Stellung nimmt der Werra-Meißner-Kreis hinsichtlich von Schutzgebieten für die Pflanzen- und Tierwelt in Hessen ein: Mehr als ein Drittel der Fläche sind als Flora-Fauna-Habitat-Gebiete (FFH-Gebiete) ausgewiesen – so viel wie in keinem anderen Kreis in unserem Bundesland.

Das teilt das Regierungspräsidium Kassel mit. Ebenfalls erfreulich: Im Kreis gibt es so viele Arten und Lebensräume, dass er vom Bundesamt für Naturschutz zu einem Hotspot der biologischen Vielfalt gewählt worden ist. Helmut Herbort vom Regierungspräsidium Kassel, das verantwortlich für die FFH-Gebiete ist, zeigt sich darüber erfreut: „Die Zahlen und Auswertungen zeigen die Bedeutung der Landschaft für die Natur“, sagt er und betont, dass alle Landnutzer wie Landwirte, Jäger und Angler einen Anteil an diesen Auszeichnungen haben: „Die sorgen durch ihre bisherige Nutzung dafür, dass der Kreis so vielfältig und artenreich geblieben ist.“

Das wird laut Herbort auch so bleiben, wenn die Autobahn 44 kommt: Denn solche Projekte würden nicht geplant werden können, wenn sich negative Auswirkungen auf die FFH-Gebiete ergeben würden. „Bei jedem Abschnitt wurde die Verträglichkeit mit den Schutzzielen geprüft.“ Gleiches gelte zum Beispiel auch für den Bau von Windkraftanlagen oder Stromtrassen. 

Premiumwanderwege locken Touristen

Eingebunden sind die FFH-Gebiete in die Flächen des Naturparks Meißner-Kaufunger Wald. Dessen Geschäftsführer Marco Lenarduzzi und seine Kollegen wollen den Naturreichtum erhalten und auch in touristischer Weise nutzen, zum Beispiel durch die Premiumwanderwege. Und auch generell spiele der Mensch für die FFH-Gebiete eine große Rolle: „Es handelt sich um Kultur- und nicht Naturlandschaften“, betont Lenarduzzi, „ohne die Schafbeweidung mancher Flächen gäbe es heute zum Beispiel gar keine Wacholderweiden.“

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