Pakt für den Nachmittag: Auch Kommunen lehnen Angebot ab

Schulen sagen Nein zur neuen Betreuung

Werra-Meißner. Zu hohe finanzielle Risiken, generell zu viele Unsicherheiten: Das vom hessischen Kultusministerium erarbeitete Ganztagsangebot „Pakt für den Nachmittag“ stößt im Werra-Meißner-Kreis auf Ablehnung.

Sowohl die Kommunen als auch die Grundschulen, an die sich das Angebot richtet, teilten der Kreisverwaltung als Schulträger mit, dass sie vorerst kein Interesse an dem Angebot hätten. Die Idee sei dabei „eigentlich ganz gut“, sagt Berkatals Bürgermeister Friedel Lenze: Garantiert werden soll Grundschülern eine wochentägliche Betreuung von 7.30 Uhr bis 17 Uhr in den Schulen, auch in den Ferien. Die ablehnende Haltung der Kommunen ergebe sich aber aus den „weniger erfreulichen Details“: Die Umsetzung des Paktes beinhalte sowohl eine finanzielle Beteiligung der Eltern als auch der Kommunen. „In Berkatal wären das monatlich 70 Euro pro Kind“, erklärt Lenze. Über die Schulumlage, die sich durch das Angebot erhöhen würde, kämen auch Kosten auf die Steuerzahler zu.

Die Kosten würden laut Wilhelm Gebhard, Bürgermeister von Wanfried, in keinem gesunden Verhältnis zu dem zusätzlichen Angebot stehen, zumal viele der Grundschulen im Kreis bereits eine Nachmittagsbetreuung anbieten: „Das momentane Betreuungsangebot funktioniert“ – und müsste an der Bilsteinschule in Großalmerode sogar zurückgefahren werden, sollte der Pakt kommen. „Wir haben das Profil zwei, was schon eine tägliche Nachmittagsbetreuung beinhaltet“, sagt Schulleiter Gerald Heimerich.

Mit dem neuen Ganztagsangebot aber würden der Schule dann weniger Lehrerstellen und Mittel zur Verfügung gestellt werden, „weshalb der Pakt für uns nicht infrage kommt, weder zum Schuljahr 2016/2017 noch 17/18“. Die Schulträger können sich jährlich neu entscheiden, ob sie dem Programm freiwillig beitreten wollen.

Von Constanze Wüstefeld

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