Werra-Meißner: Zahl der Hartz-IV-Empfänger um ein Drittel gesunken

Werra-Meißner. Gute Nachrichten für den Werra-Meißner-Kreis: Die Zahl derjenigen im Kreis, die im vergangenen Jahr Arbeitslosengeld II bezogen hat, ist so niedrig wie seit der Einführung vor zehn Jahren nicht.

Das geht aus einer Statistik der Bundesagentur für Arbeit hervor, die unserer Zeitung vorliegt. So waren im vergangenen Jahr insgesamt 2264 Menschen auf die Sozialleistung des Staates angewiesen, 2005 waren es noch 3535. Das sind 1270 Leute weniger, was einem Rückgang von 35,94 Prozent entspricht. Gründe darin sieht Silke Sennhenn, Sprecherin der Arbeitsagentur in Kassel, in mehreren Punkten: So dauerte mit Einführung des Hartz-IV-Gesetzes die Erfassung all derer, die anspruchsberechtigt sind, was die hohe Zahl in den Anfangsjahren begründet. Mittlerweile habe aber eine gute Konjunktur dafür gesorgt, dass die Zahlen rückläufig sind.

 „Zudem trägt auch die Rente mit 63 dazu bei, dass weniger Leute Arbeitslosengeld II beziehen, und auch die starken Jahrgänge scheiden aufgrund ihres Alters jetzt aus dem Erwerbsleben aus“, erklärt Sennhenn. Und was sich ebenfalls bemerkbar mache: dass sich herumgesprochen habe, dass einem ein Abschluss was bringt. „Viele Jugendliche wollen eine Berufsausbildung machen oder ein Studium abschließen.“ 

Denn dass es ohne schwierig wird, einen Job zu finden und so um die Sozialleistung herumzukommen, zeigen die Zahlen: Über die Hälfte derjenigen, die Hartz IV beziehen, habe keine abgeschlossene Berufsausbildung. Die Trends sind identisch mit denen, die für den gesamten Agenturbezirk Kassel gelten. Zu dem gehört neben dem Wera-Meißner-Kreis die Stadt und der Landkreis Kassel. Auch dort ist die Zahl der Arbeitslosengeld-II-Bezieher insgesamt gesunken, den größten Anteil darunter machen Menschen ohne eine abgeschlossene Berufsausbildung aus.

Ein Interview mit Arbeitsagentur-Sprecherin Silke Sennhenn lesen Sie in der gedruckten Montagsausgabe der Werra-Rundschau.

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