Zehn Jahre Fifty-Fifty-Taxi im Kreis: 1300 haben einen Ausweis

Eschwege. Zum halben Fahrpreis mit dem Taxi nach Hause: Im Werra-Meißner-Kreis gibt es dieses Angebot bereits seit zehn Jahren - mit Erfolg.

Jeder sechste zwischen 16 und 23 Jahren im Werra-Meißner-Kreis nutzt das Fifty-Fifty-Taxi. Dieses Angebot der Nahverkehrsgesellschaft Werra-Meißner, (NWM), bei dem die jungen Leute nach dem Disko- oder Kneipenbesuch für die Hälfte des Fahrpreises mit dem Taxi nach Hause fahren können, besteht mittlerweile seit zehn Jahren und ist laut dem Geschäftsführer Horst Pipper „ein echtes Erfolgsmodell“. 

Seit der Einführung im April 2006 wurden insgesamt rund 3200 Berechtigungsausweise ausgestellt. In den vergangenen Jahren sei die Nutzung zwar rückläufig, was sich Pipper mit der Schließung einiger Diskotheken, wie etwas dem sehr populären Portrait bei Waldkappel, erklärt, dennoch würden immer noch jede Woche neue Ausweise beantragt. Von den 7325 jungen Menschen zwischen 16 und 23 Jahren im Kreis (Stand: 31. Dezember 2015) haben aktuell 1300 einen Ausweis. Im Durchschnitt gab es damit 2015 rund 60 Taxifahrten im Monat, bis Oktober dieses Jahres rund 50. 

Einen weiteren Grund für den Rückgang sieht Pipper bei den Taxiunternehmen: „Leider machen nur noch wenige mit.“ Offensichtlich sei einigen die hälftige Abrechnung mit dem Fahrgast und der NWM zu umständlich, mutmaßt er und bedauert, dass sich nur noch drei Taxibetriebe in Eschwege und eines in Witzenhausen beteiligen. Einer von ihnen ist der Eschweger Taxiunternehmer Kai Lauterbach, den der Mehraufwand nicht abschreckt: „Das ist mir lieber, als das jemand betrunken fährt und dann etwas passiert.“ 

Finanziert wird das Angebot, bei dem die andere Hälfte des Fahrpreises von der NWM erstattet wird, durch den kommunal finanzierten Haushalt der Nahverkehrsgesellschaft, einem Beitrag der Taxibetriebe selbst sowie durch Sponsoren. In den Anfangsjahren lagen die Kosten bei rund 30.000 Euro im Jahr, mittlerweile hat sich der Zuschuss bei rund 10.000 Euro eingependelt.

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