Schneller Handlungsbedarf

Werratalsee droht umzukippen

Eschwege. Der Werratalsee bei Eschwege ist in einem deutlich schlechteren Zustand als in bisherigen Gutachten beschrieben. In sechs bis acht Jahren droht das Gewässer umzukippen, sollte die Wasserqualität nicht schnellstens verbessert werden.

 Bis dahin ist mit massenhaftem Auftreten von Cyanobakterien zu rechnen. Der See wird regelmäßig ab spätestens Mitte August nicht zum Baden genutzt werden können. Das geht aus dem neuen Gutachten hervor, das das Planungsbüro Clearwaters erstellt hat und das Anfang Februar veröffentlicht werden soll. Gutachter Christian Schuller beschreibt das Szenario nach dem Umkippen in sechs bis acht Jahren drastisch: „Dabei kommt es zu einem sprunghaften Zustandswechsel und einer massiven Qualitätsverschlechterung, weg von dem bislang wasserpflanzendominierten Zustand und hin zu ganzjährig trüben und durch Cyanobakterien geprägten Verhältnissen.“ Es sei dann während des gesamten Sommers mit anhaltenden Cyanobakterien-Massenentwicklungen zu rechnen. Was das bedeutet, schreibt Schuller an einer anderen Stelle seines Gutachtens, an der er auf die Entwicklung im Sommer 2014 eingeht: „Auf für das Baden vorzügliche Bedingungen im Mai und Juni sowie in weiten Teilen des Julis folgte im August und September ein Zustand, in dem Cyanobakterien massenhaft auftraten und eine Gefahr für die Gesundheit von im See badenden Tieren und Menschen bestand.“ Die zweithöchste Bakterien-Konzentration in einem August seit Beginn der gutachterlichen Überwachung sei gemessen worden. Zwei Quellen hat Schuller für den, für die Bakterienentwicklung ursächlichen Phosphoreintrag ausgemacht: die unterirdischen Zuflüsse aus der Werra und die schadhafte Kanalisation in Schwebda. Schuller: „Die in den Jahren 2012 und 2013 in Teilen des Kanalnetzes durchgeführten Instandsetzungsarbeiten waren in ihrem Umfang nicht ausreichend, um die Belastung auch nur geringfügig zu senken.“

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Von Harald Sagawe 

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