Werratalsee ohne Wert für Hochwasserschutz: Anhebung jetzt denkbar

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Eschwege. Faktisch macht es keinen Unterschied, ob der Werratalsee bei Eschwege in seiner jetzigen Form als Retentionsraum im Hochwasserfall zur Verfügung steht oder nach einer Wasserspiegelanhebung eine Million Kubikmeter Stauraum verloren geht.

Das ist das Ergebnis der Hochwasserstudie, die Norbert Weinert vom Planungsbüro Sönnichsen und Partner am Dienstagabend im Bau- und Umweltausschuss der Kreisstadt vorstellte.

Sie nehmen diese eine Million Kubikmeter weg und es tut sich fast nichts“, sagte Weinert über die Auswirkungen einer möglichen Wasserspiegelanhebung um einen Meter. Lediglich der Scheitelpunkt eines Hochwassers werde flussabwärts eine halbe Stunde früher erreicht. „Mit der Studie ist der Nachweis erbracht, dass der Werratalsee im Hochwasserfall als Ausgleichsfläche nicht benötigt wird“, fasste Eschweges Bürgermeister Alexander Heppe die Ergebnisse der Untersuchung zusammen. Gleichwohl ist das Gewässer formal nach wie vor als Hochwasser-Stauraum vorgesehen. Jetzt müssen die Genehmigungsbehörden davon überzeugt werden, dass die formalen Vorgaben den faktische Voraussetzungen angepasst werden.

Die Kreisstadt will beim Land und beim Regierungspräsidium dafür werben, damit rasch mit der Erhöhung des Seeniveaus begonnen werden kann. Damit könnte das Problem der erhöhten Schadstoffeintragung zum Teil gelöst werden. Eine weitere Maßnahme wäre die Abdichtung des Dammes zwischen Werra und See. Die Hochwasserstudie beinhaltet für Eschwege zwei weitere Empfehlungen mit dem Ziel, Brückenhausen in Zukunft vor Überschwemmungen zu schützen: Am Rande des Stadtviertels entsteht ein Deich, und für die Wassermassen wird eine Flutmulde gebaut. Gesamtkosten: sechs Millionen Euro.

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