Neues Gutachten wird am Montag vorgestellt

Werratalsee: Qualität wird massiv schlechter

Eschwege. Bürgermeister Alexander Heppe möchte eine Expertenkommission einberufen. Die SPD-Fraktionen in der Eschweger Stadtverordnetenversammlung und in der Gemeindevertretung Meinhard verlangen darüber hinaus die Benennung eines Verantwortlichen, der sich ausschließlich um den Werratalsee kümmert.

FDP und FWG in der Kreisstadt sprechen dem Gutachterbüro Clearwaters das Vertrauen ab und fordern eine neue Studie eines anderen Sachverständigen über den Zustand des Sees.

Am Montagabend wird in Eschwege das neueste Gutachten über den Werratalsee veröffentlicht. Christian Schuller vom Planungsbüro Clearwaters beschreibt darin einen Zustand, in dem im vergangenen Sommer „Cyanobakterien massenhaft auftraten und eine Gefahr für die Gesundheit von im See badenden Tieren und Menschen bestand“. Ursache der massenhaften Entwicklung der Cyanobakterien sei der vermehrte Phosphoreintrag. Quellen sind, so die Clearwaters-Studie, die schadhafte Kanalisation im Meinharder Ortsteil Schwebda und die Werra.

Schuller widerspricht seiner Einschätzung aus dem vergangenen Jahr, als er im März, basierend auf den gemessenen geringeren Phosphoreintragungen, eine deutliche Verbesserung der Wasserqualität feststellte und für die Zukunft eine weitere Entspannung der Problemlage prognostizierte. In seiner neuesten Erhebung kommt er zu dem Ergebnis, dass mit der Cyanobakterien-Massenentwicklung in jedem Jahr zu rechnen ist und der See in etwa sechs bis acht Jahren umkippt. „Dabei kommt es zu einem sprunghaften Zustandswechsel und einer massiven Qualitätsverschlechterung“, schreib Schuller in seinem aktuellen Gutachten. Als weitere Phosphorquelle komme das Sediment hinzu, dessen Bindungsvermögen inzwischen erschöpft sei und das den Nährstoff in den Sommermonaten abgebe.

Von Harald Sagawe

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