Gutachter und Taucher untersuchen den Werratalsee

Werrratalsee: Wasserqualität aktuell sehr gut

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Werratlsee: Taucher überprüften die Situation der Algen im See und nahmen Proben.

Eschwege. Die gute Nachricht gleich vorweg: Die Wasserqualität im Werratalsee ist derzeit sehr gut, dies bestätigt Christian Schuller von der Firma Clera Waters aus Freigericht. Seit 2009 kümmert er sich um das ökologische Gleichgewicht des Werratalsees.

Rund sieben Mal pro Jahr ist er vor Ort und schaut, wie sich der See und seine Pflanzenwelt entwickelt. Der Ökologe und Gutachter kümmert sich im Auftrag der Stadt um die Untersuchungen zur Massenentwicklung der Wasserpflanzen und Cyanobakterien im Werratalsee. Am Samstag war er erneut in der Kreisstadt und hatte zudem zwei Taucher dabei, die Pflanzenproben nahmen. A

us Lohmar waren die beiden Taucher von der Firma „Die Gewässer-Experten“ angereist. Viele Vorbereitungen müssen getroffen werden, bis der Tauchgang starten kann. Die genommenen Pflanzenproben müssen genau dokumentiert werden, Ingo Nienhaus und Siegfried Falkenberg benutzen dafür verschiedene Hilfsmittel: Da die handelsüblichen Kameras mit GPS unter Wasser nicht funktionieren, hat die Firma ihre eigene Technik mit Hilfe einer GPS Schwimmboje entwickelt. „So können wir nachher noch genau feststellen, wo wir die Fotos aufgenommen haben“, erklärt Ingo Nienhaus. Notizen unter Wasser machen die beiden sich zudem mit Bleistift und einem speziellen Block aus Plastik.

 „Mit Hilfe der vorkommenden Wasserpflanzen können wir den Zustand des Sees bestimmen und können damit auch in die Vergangenheit schauen“, so Siegfried Falkenberg. „Der Zustand des Sees ist in einer ständigen Veränderung, er entwickelt sich im Laufe des Jahres und von Jahr zu Jahr“, so der Wasserexperte Christian Schuller. Nach dem die Taucher im See verschwunden sind, geht Schuller seinen eigenen Aufgaben nach und fährt zusammen mit Martin Sunkel von der DLRG Eschwege Wanfried auf den See. „Wir nehmen die Proben immer an der selben Stelle und in der selben Tiefe, damit die Bedingungen übereinstimmen und wir die Werte auch vergleichen können“, so der Experte weiter. An der Stelle mitten auf dem See angekommen wird der Anker gelegt und verschiedene Test werden gemacht. Zuerst prüft Christian Schuller mit Hilfe einer genormten Scheibe die Sichttiefe.

„Wir haben hier eine Wassertiefe von 6,30 Meter und die Sichttiefe beträgt 5,30 Meter, das Wasser ist also sehr klar, weshalb wir aktuell auf eine sehr gute Wasserqualität schließen können“. Als nächstes wird der Sauerstoffgehalt des Wassers in verschiedenen Tiefen gemessen und Christian Schuller stellt fest, dass der Gehalt in der Tiefe zurück geht. „Dies könnte ein belastender Faktor sein und es ist um diese Jahreszeit sehr ungewöhnlich“, so Schuller weiter. Mit Hilfe eines speziellen Glases nimmt Schuller als nächstes verschiedene Wasserproben aus verschiedenen Wassertiefen und macht daraus eine Mischwasserprobe, die einen Durchschnitt des Sees darstellen soll.

Bilder von der Probenentnahme

Wasserqualität des Werratalsees aktuell sehr gut

Aus der Wasserprobe füllt er verschiedene Becher mit Wasser ab, die er zurück an Land genau bestimmen kann. Zuletzt misst Christian Schuller noch den PH-Wert und die Leitfähigkeit des Wassers. „Der erste Eindruck des Sees ist aktuell sehr gut, es besteht momentan keine Gefahr wie im vergangenen Jahr mit zu vielen Cyanobakterien, man kann also ohne Bedenken im See baden oder schwimmen gehen“, erklärt Christian Schuller abschließend, „allerdings muss man auch sagen, dass sich die Wasserqualität auch schnell wieder ändern kann“.

Von Sonja Berg

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