Wetter sorgt für Schnecken-Invasion: Kriechtiere fressen Gärtnern den Salat weg

+

Eschwege. Manche Kleingärtner stöhnen, Gemüsebauern müssen Verluste verschmerzen und viele Grabbesitzer ärgern sich - Nacktschnecken treten in diesem Jahr vielerorts in Massen auf und haben sich zur Plage entwickelt.

Die Schnecken fühlten sich wie im Schlaraffenland, findet Kerstin Dehning-Perc, die zusammen mit ihrem Mann Harald Perc die Bioland-Gärtnerei Montag in Wanfried-Altenburschla führt. Auf ihren Kulturen seien gerade die Jungpflanzen von Kürbis, Paprika und Zucchini gern von den Weichtieren angeknabbert worden. Die Gemüsebäuerin hat wesentlich mehr Schnecken als im vorigen Jahr wahrgenommen. Ihre Kunden hätte viele Jungpflanzen doppelt gekauft.

Als Grund für die Invasion der sogenannten Spanischen Wegschnecke, die vermutlich über Frankreich nach Deutschland gekommen ist, sieht sie wie viele andere auch den milden Winter. Mangels langanhaltender Kälte seien viele Schneckeneier in Kompost und Erde nicht kaputt gegangen. Und derzeit komme den gefräßigen Kriechtieren das sehr feuchte Wetter entgegen.

Auch auf dem Friedhof am Frauenmarkt in Witzenhausen müssen die Schnecken teilweise richtig gewütet haben. „Es war schon eine Plage“, sagt Maria Kulle vom gleichnamigen Blumengeschäft und Gartenbaubetrieb, die sich um die Bepflanzung vieler Gräber kümmern.

Auf einige Blumen seien die Schnecken ganz verrückt gewesen, bei Tagetes, Nelken und Chrysanthemen seien die Stängel schnell kahl gefressen gewesen. Ähnlich sei es im Gemüsebeet zuhause mit dem Salat gewesen.

Wie sich die Schnecken-Population weiter entwickelt, hängt nach Aussagen von Biologen vor allem vom Winter und Frühjahr ab. Im Herbst legen Nacktschnecken mehrere Hundert Eier pro Individuum. Bei mildem Winter und feuchtem Frühjahr könnte das Problem künftig also noch größer werden. (sff)

Wie Sie ihre Ernte vor den Tieren schützen können, erfahren Sie in der Donnerstagsausgabe der Werra-Rundschau.

Kommentare