Widerstand gegen Verkehrsberuhigung an der Werra

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Soll beruhigt werden: Direkt nach dem Open Flair im August wird die Kreuzung am unteren Stad/Werrabrücke neu gestaltet.  

Eschwege. Gleich nach dem Open Flair Mitte August beginnt der Umbau. Die Kreuzung zwischen unterem Stad und der Werrabrücke in Eschwege wird verkehrsberuhigt. Das hat die Stadtverordnetenversammlung beschlossen. Nicht bei jedem stößt die Idee auf Gegenliebe.

Die Stadtverordnetenversammlung fasste während ihrer Sitzung in der vergangenen Woche den entsprechenden Beschluss.

Knapp 620 000 Euro kostet das Vorhaben, das aus Mitteln des Stadtumbaus West finanziert wird. „Der Stad streckt sich nach Brückenhausen, und Brückenhausen rückt näher an die Stadt“, sagte der bisherige Bauausschussvorsitzende Alexander Feiertag während der Sitzung. Genau das ist das Ziel des Vorhabens, das bis Mitte November abgeschlossen sein soll:

• Die Kreuzung soll ihre Barrierewirkung für Fußgänger und Radfahrer verlieren,

• die fußläufige Wegeverbindung zwischen der Fußgängerzone Stad und Brückenhausen über die Werrabrücke wird gestärkt,

• die Werra wird sicht- und erlebbar,

• der nördliche Teil des unteren Stads wird durch die Öffnung zum Fluss aufgewertet.

Das Vorhaben findet nicht nur Befürworter. In einem Schreiben an den bisherigen Bauausschussvorsitzenden Alexander Feiertag kritisiert Kurt Eisenträger vom gleichnamigen Autohaus vor dem Brückentor die Pläne mit Hinweis auf mögliche Umsatzeinbußen.

Die Stadt wolle „gerade zu einer Zeit, in der der Einzelhandel im gesamten Innenstadtbereich stark rückläufig ist, diese äußerst wichtige Zufahrtstraße im Verkehrsfluss stark einschränken, indem man die Autofahrer durch Erschwernisse zum Umgehen dieses gesamten Bereichs bewegen möchte“, heißt es in dem Schreiben Eisenträgers. Der Autohausinhaber führt andere Geschäftsleute im Umfeld an, die von veränderten Verkehrsflüssen benachteiligt würden. Er nennt in diesem Zusammenhang ein Gartencenter an der Wiesenstraße und einen Lebensmittelmarkt an der Dünzebacher Straße. „Ich hätte mir eine Information über das Vorhaben vor der Beschlussfassung gewünscht“, sagt Björn Zeuch, Inhaber des Edekamarktes. Er befürchtet geringere Frequentierung und damit verbunden Einnahmeverluste. „Wir werden das nicht hinnehmen“, kündigt Zeuch den Widerstand der betroffenen Geschäftsleute an.

Die Planung im Detail: Die neuen Pflasterflächen über die Kreuzung Mühlgraben/Unter dem Berge mit der Brückenstraße werden mit durchgehend einheitlichem Pflaster am unteren Stad eine Einheit bilden. Die Gehwege entlang und über den Brückenvorplatz hinaus finden stärkere Betonung.

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