Fahrer sollten sich an Polizei oder Pächter wenden

Wildunfälle müssen immer gemeldet werden

Werra-Meißner. Autofahrer sind dazu verpflichtet, sich bei der Polizei oder dem zuständigen Jagdpächter zu melden, wenn sie ein Tier überfahren haben.

„Schließlich hat der Fahrer dann in einen Rechtskreis eingegriffen, für den er keine Zuständigkeit hat“, sagt Herbert Rafalski, der Vorsitzende des Witzenhäuser Jagdvereins Hubertus.

Nach der Verkehrsunfallstatistik der Polizei ereigneten sich im vergangenen Jahr 585 Unfälle mit Wildtieren im Werra-Meißner-Kreis. Dabei seien nach Angaben des Polizeisprechers Jörg Künstler Schäden von rund 680.000 Euro entstanden, eine Person schwer-, zwei weitere leicht verletzt worden. Wenn es zu einem Wildunfall kommt, empfiehlt Künstler, sich an den zuständigen Jagdpächter zu wenden. Sollte man diesen nicht kennen, kann dieser von der Polizei verständigt werden.

„Wenn ein angefahrenes Tier noch lebt, dann muss es von seinen Qualen befreit werden“, sagt der Vorsitzende des Eschweger Jagdvereins, Rainer Stelzner. Und das müsse der Jagdausübungsberechtigte erledigen. „Wenn das Tier aber bereits gestorben ist, muss der Kadaver im Sinne der allgemeinen Gefahrenabwehr vom Fahrer von der Straße gezogen werden“, sagt Herbert Rafalski und führt an, dass zuvor zwingend die Unfallstelle gesichert werden muss. Wenn der zuständige Jäger vor Ort ist, entscheidet er, wie mit dem Kadaver weiter vorgegangen wird. Er könne das Tier laut Stelzner für sich selbst verwenden, aber auch auf sein Aneignungsrecht verzichten. Dann obliegt es in der Regel der Straßenmeisterei, den Kadaver zu entsorgen. „Aber das machen wir in den meisten Fällen auch gleich“, sagt Stelzner.

Auf keinen Fall aber sollten Fahrer den Kadaver mitnehmen. „Dann machen sie sich nämlich strafbar“, sagt Rafalski. Verständigt werden sollten Jagdpächter oder Polizei auch, weil eine Kasko-Versicherung bei Haarwild nur greift, wenn der Unfall bescheinigt wurde“, so Rafalkski.

Von Nico Beck

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