SPD-Fraktion der Regionalversammlung fordert weitere Überprüfungen im Landkreis

Windkraft wird gebraucht

+
Die Regionalversammlung sucht weiter nach Flächen für Windkraftanlagen. Die SPD-Fraktion möchte noch weitere Flächen im Werra-Meißner-Kreis ausfindig machen und fordert deshalb eine Überprüfung des FFH-Gebietes.

Werra-Meissner. Rund zwei Prozent der Fläche Hessens soll für die Windkraft bereitstehen. So hat es der Hessische Energiegipfel beschlossen. Allerdings hat die Überprüfung der Suchräume hessenweit dieses Ziel bislang noch nicht erreicht. Auch in Nordhessen wurde die Zwei-Prozent-Marke mit den bislang ausgeschriebenen Vorrangflächen nur knapp überschritten.

„Und es ist jetzt schon klar, dass einige Flächen sich noch verkleinern werden“, sagt Lot-har Seeger, Vorsitzender des Haupt- und Planungsausschusses sowie der SPD-Fraktion der Regionalversammlung. Seeger hatte bereits im Sommer die Suchflächen-Planung des Regierungspräsidiums Kassel (RP) für den Werra-Meißner-Kreis als zu gering kritisiert. Insgesamt sind derzeit 1300 Hektar im Werra-Meißner-Kreis als geeignet ausgewiesen. „Windkraft ist keine Belastung, sondern eine Chance für die Region“, sagt Seeger. Die SPD-Fraktion stellte deshalb im Ausschuss den Antrag, dass das große FFH-Gebiet Werra- und Wehretal auf mögliche Flächen für Windkraft untersucht werde.

„Wir setzen ganz auf Fotovoltaik, um den Anteil erneuerbarer Energien auszubauen.“

„Das Regierungspräsidium hat einfach alle FFH-Gebiete ausgeschlossen“, sagt Seeger. Er sei aber davon überzeugt, dass in dem riesigen Gebiet, das sich in einem Bogen von Witzenhausen über Großalmerode bis Sontra und Wanfried erstreckt, Teilflächen für die Windkraft genutzt werden können, ohne der Natur zu schaden. Dasselbe gelte laut Seeger auch für das Wasserschutzgebiet bei Grandenborn, über das schon seit fünf Jahren diskutiert werde. „Wasserschutzgebiete wurden ebenfalls einfach ausgeschlossen, obwohl in diesem Fall sowohl die Kommune als auch der Betreiber der Quelle für Windkraft sind“, sagt Seeger. Auch hierzu wird die SPD einen Antrag zur Einzelfallüberprüfung einbringen. Über beide Anträge wird der Haupt- und Planungsausschuss am 23. Januar beraten. Eine Woche später soll dann über die Offenlegung der Windkraft-Pläne in der Regionalversammlung entschieden werden. Dann haben Bürger und Naturschutzverbände die Möglichkeit, Einwände gegen Flächen vorzubringen. Ziel sei es, die Windkraft-Planung bis Ende 2013 zu einem Ende zu bringen.

Im Werra-Meißner-Kreis ist der Anteil der erneuerbaren Energien an der Stromgewinnung von 39 000 Kilowattstunden im Jahr 2007 auf rund 72 500 Kilowattstunden in 2011 gestiegen. Im Vergleich zum Landkreis Kassel mit 275 000 und dem Landkreis Waldeck-Frankenberg mit 345 000 Kilowattstunden ein geringer Anteil. „Diese Regionen setzen mehr auf Windkraft, was zeigt, dass es ohne Windkraft nicht geht“, sagt Seeger. Das sieht Konrad Volkhardt, Kreisvorsitzender des Naturschutzbund (Nabu), anders. „Wir setzen ganz auf Fotovoltaik, um den Anteil erneuerbarer Energien auszubauen“, sagt der Hessisch Lichtenauer. Der Nabu habe dazu auch eine Resolution verabschiedet. Volkhardt spricht sich deutlich gegen eine Ausweisung von Flächen für Windkraftanlagen im Werra-Meißner-Kreis aus. „Wir sind eine Hochburg des Rotmilans und Schwarzstorchs“, sagt Volkhardt. Zudem sei das FFH-Gebiet ein besonders schützenswerter Raum, in dem es keinen Platz für Windkraft gebe.

Von Diana Rissmann

Kommentare