Regierungspräsidium weist 56 Suchflächen für Windkraftanlagen im Kreis aus

Wo Windräder drehen könnten

Werra-Meißner. Die Planungen für Windkraftanlagen im Werra-Meißner-Kreis gehen in die nächste Runde: Um die betroffenen Gemeinden mit in die weiteren Planungen einzubeziehen, hat das Regierungspräsidium Kassel (RP) nun die Suchflächen für Windkraftanlagen für den Kreis vorgestellt. Insgesamt 56 Standorte mit einer Fläche von etwa 6500 Hektar wurden vom RP als erste mögliche Plätze definiert.

„Das entspricht einer Fläche von 6,3 Prozent des Werra-Meißner-Kreises“, erklärt Lothar Seeger, stellvertretender SPD-Fraktionsvorsitzender der Regionalversammlung Nordhessen. Allerdings schränkt Seeger ein, dass nur noch lediglich neun der ausgewiesenen Standorte tatsächlich genauer untersucht würden. Demnach würde es sich dann nur noch um eine Fläche von etwa 1280 Hektar handeln. „Damit würden wir unter den zwei Prozent liegen, die der hessische Energiegipfel für Windkraftflächen vorschreibt“, sagt Seeger.

„Es ist ein schwieriger Abwägeprozess.“

Rainer Wallmann

Mindestens zwei Prozent der Kreisflächen für die Windkraft zu gewinnen sei auch erklärtes Ziel des Kreises, erklärt der Erste Kreisbeigeordnete Rainer Wallmann. Aber: „Die genauen Positionen stehen noch gar nicht fest“, sagt er deutlich. Er gehe davon aus, dass es letztlich deutlich weniger als die 56 Standorte werden. „Aber wir wollen so viele gute und geeignete Flächen wie möglich gewinnen“, sagt er. Auch RP-Pressesprecher Jörg Wiedel weist die Zahl von neun Standorten zurück: „Dabei handelt es sich lediglich um die unproblematischen Plätze, was die anderen Flächen aber nicht ausschließt.“ Im Herbst würde der erste Entwurf des Regionalplans stehen, dann würde es erst konkreter. Bis dahin wolle man keine Hoffnungen schüren oder schon Widerstand wecken.

Konkreter wird es im Herbst

Die 56 ausgewiesenen Suchflächen sind das Ergebnis einer ersten Flächenüberprüfung anhand der Karten. Darin eingeflossen sind zunächst die Windhöffigkeit, die Infrastruktur sowie der Abstand zu Wohngebäuden. So sollen Windkraftanlagen nur in Bereichen mit Mindestgeschwindigkeiten von 5,75 Meter pro Sekunde, nicht in Naturschutz- und Wasserschutzgebieten sowie erst ab einem Abstand von 1000 Metern von Ortslagen errichtet werden können. Nun würden weitere Ausschlusskriterien aus dem Naturschutz dazukommen und so die Zahl der möglichen Standorte weiter einschränken, erklärt Wallmann: „Es ist ein schwieriger Abwägeprozess.“

Um die Akzeptanz der Bürger zu stärken, hält Seeger die 1000-Meter-Abstandsregelung für sinnvoll. Allerdings befürchtet er, dass ein derzeit geplanter Erlass des hessischen Umweltministeriums die Ausschlusskriterien noch ausweiten könne, so dass es letztlich noch weniger mögliche Flächen für die Windkraft im Kreis gebe.

Von Diana Rissmann

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