Luftschutzstollen unter dem Bückeberg wäre ein hervorragendes Fledermausquartier

Bima bleibt unnachgiebig: Fledermaus-Winterquartier soll zugeschüttet werden

Großes Mausohr: Diese Fledermausart ist eine von rund 24 in Deutschland vorkommenden Arten. Das Mausohr ist nach der Bundesartenschutzverordnung streng geschützt und wird auch in der Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie genannt. Foto: dpa

Niederhone. „Die Entscheidung der Bima, den Luftschutzbunker doch zu verfüllen, ist einfach nicht zu fassen“, erklärt Wolfram Brauneis, Ornithologe und Naturschützer, empört.

Die Hessische Gesellschaft für Ornithologie und Naturschutz (HGON), deren stellvertretender Vorsitzender Brauneis ist, hatte zuvor angeboten, in Zusammenarbeit mit den Behörden den Stollen als Träger zu übernehmen. „In der Tallage hat die Fledermaus kein vergleichbares Objekt, um Winterschlaf zu halten, das macht den Stollen für den Naturschutz so interessant“, erläutert Brauneis.

Denn das Große Mausohr und die Zwergfledermaus brauchen nicht nur die Buchenwälder der Region als Nahrungsquelle, sondern vor allem entsprechende Räume, um zu überwintern, die Jungen groß zu ziehen und tagsüber ungestört zu sein.

„Gerade der kleine Wald zwischen Ober- und Niederhone wäre mit dem Bunker ein ideales Fledermausgebiet, am Ortsrand und deshalb ruhig gelegen“, klagt der Naturschützer. Vor Jahren bereits waren etliche alte Bergbaustollen am Meißner als Zufluchtstätte für die Nachtjäger präpariert worden, aber eben nicht im Tal.

„So einen Stollen würde ich doch nicht verfüllen“, sagt auch Bergbaufachmann Harry Träger, der sich vor Jahren schon für die Bewahrung der Meißner-Stollen stark gemacht hatte. „Ich brauchte damals nur das Wort Fledermaus-Schutz zu nennen und schon standen mir alle Türen offen“, erinnert sich Träger.

Allerdings neige man dazu, alte Stollen zu verfüllen um eine mögliche – wenn auch abwegige – Gefahr des Einsturzes von vornherein auszuschließen, erklärt der Bergbauexperte und gibt gleichzeitig zu bedenken, dass mit dem bezifferten Geldbetrag von 178 000 Euro für eine Verfüllung auch die Absicherung über Jahre hinweg finanzierbar wäre. Selbst ein Kompromiss würde den Naturschützern weiterhelfen und außerdem Geld sparen.

„Wenn man den Stollen unbedingt verfüllen will, so kann man doch 15 bis 20 Meter frei lassen. Das würde als Quartier genügen“, erklärt Brauneis.

Von Wolfram Skupio

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