Amtsgericht Eschwege verurteilte 25-Jährigen zu zehn Monaten Freiheitsstrafe auf Bewährung

Bei Wohnungseinbruch geholfen

Eschwege. Weil er gemeinsam mit seinem Cousin in ein Wohnhaus in Hessisch Lichtenau eingebrochen und dort 8 000 Bargeld, Schmuck und Sparbücher gestohlen haben soll, musste sich ein 25-Jähriger vor dem Eschweger Amtsgericht verantworten. Das Gericht verurteilte ihn zu zehn Monaten Freiheitsstrafe, die zur Bewährung ausgesetzt wurde.

Nach Überzeugung der Staatsanwaltschaft hatte der Angeklagte mindestens Beihilfe zu dem Wohnungseinbruchdiebstahl am frühen Abend im Februar 2011 geleistet.

Ob der Angeklagte zusammen mit seinem Cousin in dem Haus war, es durchwühlt und den Tresor mit Geld, Schmuck und Sparbüchern gestohlen hatte, konnte abschließend nicht geklärt werden. Klar war aber, dass der junge Mann seinen Verwandten zum Tatort gefahren und nach dem Einbruch wieder mit zurückgenommen hatte – dabei wurde er von einer Nachbarin gesehen.

Als die Bewohnerin des Hauses am Tag des Einbruchs von der Arbeit kam, entdeckte sie die Verwüstungen und die offenen Riegel der Fenster. Das Schlafzimmer war durchwühlt und der Tresor, der in einer Kommode angebracht war, herausgerissen worden. „Seit dem Einbruch schaue ich immer noch jeden Abend nach, ob jemand im Haus war“, sagte die Geschädigte. „Die Sache lässt mich einfach nicht mehr los.“

Der Cousin des 25-Jährigen, der wegen dieser Tat schon verurteilt ist, beteuerte immer wieder, dass der Angeklagte nichts von seinem Einbruchvorhaben wusste und er allein im Haus war. Er habe ihn in die Nähe des Hauses in dem Glauben gefahren, dass dort ein Bekannter vom ihm lebe.

Der mehrfach vorbestrafte Angeklagte äußerte sich in der gesamten Verhandlung nicht zu den Vorwürfen. Wegen fehlender Beweise beantragte sein Verteidiger Freispruch.

Das Gericht war sich dagegen sicher, dass der Angeklagte von dem Einbruchvorhaben seines Cousins gewusst und ihm mit seinem Auto zu einer möglichen Flucht verhelfen wollte. „Dennoch muss man berücksichtigen, dass die Tat drei Jahre zurückliegt“, sagte die Richterin. Als Bewährungsauflage verhängte das Gericht 150 Arbeitsstunden.

Von Theresa Ziemann

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