Zahl der Sozialversicherungs-Beschäftigten steigt hingegen

Zahl der Gewerbeanmeldungen geht zurück

Werra-Meißner. Die Zahl derjenigen, die sich mit einem eigenen Gewerbe selbstständig machen, ist im Kreis in den vergangenen Jahren kontinuierlich gesunken. Das belegen Zahlen der Wirtschaftsförderungsgesellschaft des Kreises (WFG).

Gab es 2011 noch 604 Anmeldungen, waren es im vergangenen Jahr nur noch 557. Auch die Zahl der Abmeldungen liegt mit 645 im vergangenen Jahr niedriger als zum Beispiel noch 2013 (712).

 Für Peter Döring von der WFG, der die Gründer berät, ist das kein Grund zur Sorge – im Gegenteil. „In Zeiten, wo es schwieriger ist, einen adäquaten Job zu finden, steigt die Zahl derjenigen, die sich selbstständig machen – umgekehrt wagen weniger den Schritt in die Selbstständigkeit, wenn es ein gutes Angebot an Arbeitsplätzen gibt.“ Diejenigen, die es dennoch machen, tun das weniger aus der Not als aus der wirklichen Überzeugung heraus. „Das ist dann auch die bessere Voraussetzung für ein erfolgreiches Unternehmen“, sagt Döring.

Er weist jedoch darauf hin, dass die Zahl der Gewerbeanmeldungen nicht mit der der Existenzgründer gleichzusetzen sei: „Zum einen führen neue Rechtskonstrukte bei Unternehmen automatisch zu einer neuen Gewerbeanmeldung“, erklärt der Fachmann und nennt ein Beispiel: Wird ein Einzelunternehmen in die Rechtsform GmbH & Co. KG umgewandelt, müsse sowohl die GmbH als auch die Co. KG als ein Gewerbe angemeldet werden. Auch Privatleute, die eine Photovoltaik-Anlage auf ihrem Dach installieren, müssten ein Gewerbe anmelden. 

Zum anderen erfasse diese Statistik nicht Freiberufler wie Physiotherapeuten und Rechtsanwälte. Die müssten sich lediglich beim Finanzamt anmelden. „Das Institut der Freien Berufe in Nürnberg geht aber davon aus, dass auf 100 gewerbliche Gründungen noch mal 25 freiberufliche hinzukommen“, sagt Döring.

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