Zahl der HIV-Diagnosen in der Region sinkt

+

Eschwege. Die Zahl der HIV-Neudiagnosen in der Region wird aller Voraussicht nach gegenüber den Vorjahren sinken. Das belegen aktuelle Zahlen des Robert-Koch-Instituts. Bis einschließlich 12. November meldeten Testlabore sieben Neudiagnosen an das Institut.

Im gesamten Jahr 2013 waren es 16. Die Zahlen beziehen sich auf die sogenannte „Gebietseinheit Kassel ohne Großstädte“, zu der auch der Werra-Meißner-Kreis gehört.

Die Region folgt damit dem Bundestrend, nach dem 2013 noch knapp 3300 mal HIV diagnostiziert wurde, in diesem Jahr bislang nur etwa 2400-mal. Das Robert-Koch-Institut weist in einer Pressemeldung aber auch darauf hin, dass die Werte im vergangenen Jahr als Ausreißer nach oben zu betrachten sind. Zudem bestehe stets die Gefahr, Diagnose und Infektion in einen zeitlichen Zusammenhang zu bringen. Zwischen Infektion und Diagnose könnten aber unter Umständen Jahre vergehen. Positive Bluttests müssen die Labore unverzüglich an das Institut melden. Namen werden dabei nicht genannt, der HI-Virus fällt unter die nicht namentlich zu meldenden Krankheitserreger.

Nach einem Infektionsgipfel der HIV-Epidemie Mitte der 1980er-Jahre hat sich die Zahl der Neudiagnosen in allen Altersgruppen zunächst bis Ende der 1990er Jahre deutlich reduziert. Ab Mitte der 2000er-Jahre erfolgte dann wieder ein Anstieg auf einen Wert von etwa 2700 Neudiagnosen. Auf diesem Niveau hält sich die Zahl mit dem Jahr 2013 als negativem Höhepunkt. Die Region folgt dem Trend mit leichter Verzögerung.

Statistiken belegen, dass noch immer Männer gefährdeter sind als Frauen. Von allen Ende 2013 in Deutschland Infizierten nehmen sie nach Schätzung des Robert-Koch-Instituts mehr als 80 Prozent aus. Besonders gefährdet sind Männer, die mit anderen Männern Geschlechtsverkehr haben. Sie stellen rund zwei Drittel aller HIV-Infizierten.

Von Lasse Deppe

Kommentare