Beratungsstellen: Erste Besserung durch neues Spielhallengesetz

Zahl der Spielsüchtigen im Kreis steigt weiter

Werra-Meißner. Genauso wie die Zahl der Spielsüchtigen steigt die Zahl der Spielhallen. 680 Menschen im Landkreis zeigen ein problematisches Spielverhalten oder gelten als spielsüchtig. Das geht aus einer Studie der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung hervor.

40 Betroffene haben im vergangenen Jahr Hilfe bei der Fachstelle für Suchthilfe und Prävention des Kreises gesucht - das sind zehnmal so viele wie im Jahr 2008. Diese Zahlen stammen von der Fachstelle für Suchthilfe und Prävention. Eva Bohr von der Fachberatung Glücksspielsucht sieht in dem Spielhallengesetz, das seit Juli in Kraft ist, einen ersten Schritt in die richtige Richtung. „Immerhin wurden Spielautomaten nun als Glücksspiel definiert.“ Bedenklich sei, dass die Zahl der Spielgeräte seit 2010 gestiegen ist.

Sie vermutet, dass viele Betreiber rechtzeitig aufgestockt haben, um den Bestandsschutz zu nutzen. Das Spielhallengesetz werde nicht dafür sorgen, dass die Zahl der Süchtigen zurückgehe, kritisiert hingegen Michael Mühleck, Geschäftsführer der Harlekin GmbH, der das Magic Casino in Eschwege betreibt. Er ist auch Vorsitzender des Automaten-Verbandes Baden-Württemberg. Das Gesetz diene vielmehr dazu, das Glücksspielmonopol der Länder zu festigen. Sollten die Mehrfachkonzessionen im Jahr 2017 tatsächlich fallen, müsste er seine mehr als 100 Filialen in Deutschland schließen und 1000 Mitarbeiter entlassen. Deutschlandweit wären mindestens 70 000 Mitarbeiter betroffen.

„Wir haben ein Konzept zur Vermeidung von Spielsucht entwickelt. Unsere Mitarbeiter werden von Beratern der Caritas geschult“, sagt er. Flyer mit Beratungsstellen lägen in den Casinos aus und Mitarbeiter würden auffällige Spieler ansprechen. Er kritisiert auch das doppelte Spiel der Politik: Denn regelmäßig bekäme er Angebote von Städten und Gemeinden, Grundstücke samt Baurecht und Konzession zu kaufen. (alh)

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