2014 waren es 534, im Vorjahr 586

Zahl der Wildunfälle ist im Kreis gestiegen

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Wildunfall

Werra-Meißner. Die Zahl der Wildunfälle im Werra-Meißner-Kreis ist von 534 im Jahr 2014 auf 586 im Vorjahr leicht gestiegen. Das teilte die Polizeidirektion Werra-Meißner auf Anfrage mit. Gerade in den vergangenen Tagen und Wochen ist es zu zahlreichen solcher Unfälle gekommen.

Warum die Zahl steigt, ist unklar. Weder Polizeisprecher Alexander Först noch Dr. Jörg Brauneis, Sprecher des Jagdvereins Hubertus haben eine Antwort. „Es gibt nicht mehr Wild als früher. Das kann nicht die Ursache sein“, sagt Brauneis. Er weist darauf hin, dass der Werra-Meißner-Kreis durch seine ländlichen Strukturen schon immer ein Schwerpunkt für Wildunfälle gewesen ist. „Gerade auf wenig befahrenen Straßen am Waldrand wie zum Beispiel zwischen Weißenborn und Oberdünzebach ist das Risiko hoch“, so Brauneis. 

Auf einer stärker frequentierten Straße wie der B 27 würden Rehe die vielen Autos eher als Hindernis erkennen und von einer Überquerung der Straße absehen. „Im Schlierbach aber kommt nachts auch mal 20 Minuten lang gar kein Auto“, erklärt der Jäger. Mit der Brunftzeit im Herbst sei neben dem Frühjahr die Hochzeit der Wildunfälle erreicht. „Ganz einfach, weil die Tiere vor allem in der Dämmerung am aktivsten sind. Und diese Zeit überschneidet sich jetzt mit dem Berufsverkehr. Das ist im Sommer nicht so“, sagt Brauneis.

Polizeisprecher Alexander Först rät, in waldnahen Gebieten vorsichtig zu fahren und mit Wildwechsel zu rechnen. „Vor allem, wenn durch ein Schild gewarnt wird.“ Außerdem sei es wichtig, keine riskanten Ausweichmanöver zu starten, wenn ein Wildunfall nicht mehr zu verhindern ist. „Das Lenkrad fest- und gerade aufs Tier zuhalten. Der Zusammenstoß ist ungefährlicher als in den Gegenverkehr zu ziehen“, sagt Först. Mit Abblenden und Hupen könne man zudem ein Reh von der Straße vertreiben.

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