Matthias Kreiselmeyer und Reinhardt Gehrmann hören 2013 beim Werraman auf

„Zehn Jahre sind genug“

Eschwege. Es war lange vorbereitet und durchdacht, die Nachricht kam dann aber doch überraschend. Matthias Kreiselmeyer und Reinhardt Gehrmann, zwei Urgesteine und Hauptorganisatoren des alljährlichen Werraman, hören nach dem nächsten Wettkampf im kommenden Jahr auf.

„Zehn Jahre sind genug“, sagt Kreiselmeyer. „Man fängt an, in Routine zu verfallen, und das birgt die Gefahr von Fehlern.“

Reinhardt Gehrmann, Streckenplaner und Sportchef des Eschweger Volkstriathlons nennt vor allem Zeitprobleme für seinen Rückzug. „Ich bin sportlich sehr aktiv, praktisch jedes Wochenende ist verplant“, sagt er. „Da ist mir eine so große Sportveranstaltung einfach zu viel.“

Das Publikum und die Sportler kennen den hageren und bis auf die letzte Muskelfaser durchtrainierten Gehrmann hauptsächlich als den Mann an der Strecke, der die Athleten mit seinem „Du-schaffst-es-Blick“ durchhalten lässt. Während des Wettkampfs scheint er überall gleichzeitig zu sein: eben noch in der Wechselzone, gleich darauf an der Radstrecke und kurze Zeit später am Zieleinlauf.

Matthias Kreiselmeyer, der urgemütliche Oberfranke, ist allein schon aufgrund seiner Statur das natürliche Schwerkraftfeld einer jeden Siegerehrung, die er souverän moderiert. Beim Wettkampf sorgt er dafür, dass beim Zieleinlauf auf dem Eschweger Markt alles läuft. Er hat die Ruhe weg, nie hat ihn jemand wirklich nervös gesehen.

Beide erinnern sich immer wieder gern an die Anfänge zurück. Im Jahr 2003 hatten gleich zwei Gruppen die Idee, einen Triathlon zu veranstalten: die Stadtwerke und die Arbeitsgruppe „Ab durch die Mitte“. Beide taten sich zusammen, und der Werraman war geboren.

Kreiselmeyer erzählt immer wieder gern die Anekdote, dass es in den ersten Jahren Teilnehmer gab, die auf dem Klapprad starteten. „Die Zeiten sind aber längst vorbei“, sagt sein Teamkollege Gehrmann. Dabei freut und fasziniert ihn, dass der Werraman mit seinen mehr als 1000 Startern über all die Jahre familiär geblieben ist. „Auch durch seine vielen Firmenmannschaften ist der Werraman einzigartig“, so Gehrmann. „Das gibt es nirgends sonst.“

Beide wollen dem Werraman verbunden bleiben. Gehrmann bleibt zweiter Vorsitzender im Werraman-Verein - und überlegt, ob er nach seiner aktiven Phase als Organisator wieder als aktiver Sportler beim Werraman eingreift.

Von Dieter Salzmann

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