Zeitzeugen in Ton und Bild

Schmalfilmamateure stellen Jahreschronik 2014/2015 vor

Bei den Dreharbeiten zur Jahreschronik mitten in Eschwege: Die Schmalfilmamateure Günter Schneider (links) und Hans-Heinrich Köhler filmen das Landgrafenschloss. Foto: Wetzestein

Eschwege. Was Eschwege und seine Einwohner in den Jahren 2014 und 2015 erlebt und gefeiert haben, wurde jüngst in der Aula der Volkshochschule auf dem Schulberg gezeigt.

Künstlerische Höhepunkte des Open Flairs, Wettkämpfe um den Titel Werraman, Eschweger Blickwinkel und Menschen, die einfach in diese Stadt gehören, waren dort zu sehen. Vom jüngsten Besucher des Werra-Meißner-Tages bis zur Ehrung eines in die Jahre gekommenen Stadtchronisten – der Film ist so bunt wie die Stadt selbst.

Bürgermeister Alexander Heppe spielt in dieser Ausgabe der Jahreschronik mit dem Titel „Eschwege – Stadt am Fluss und in fluss“ eine Hauptrolle.

Damit dieses Zeitdokument entstehen konnte, filmten die Eschweger Schmalfilmamateure (ESA) Günter Schneider, Hans-Heinrich Köhler, Helmut Schneeweis, Udo Foethke, Jürgen Bär und Manfred Heide insgesamt 80 Stunden. Nach etwa 120 Stunden Filmbearbeitung am Computer stellten Schneider und Köhler einen 93-minütigen Film aus 39 Objekten und 1056 Einzelszenen zusammen.

„Ich habe im November 16 Seiten mit Textpassagen geschrieben, die in der Länge zu den Filmszenen passen mussten“, sagte Schneider. Diese Texte wurden von Hans-Heinrich Köhler überarbeitet, von ihm und Diana Wetzestein gesprochen und im Anschluss mit insgesamt 375 Toneinspielungen an der richtigen Stelle platziert. Bürgermeister Heppe zeigte sich überzeugt davon, dass „Günter Schneider der Stadt in den zurückliegenden Jahrzehnten einen unschätzbaren Dienst“ erwiesen hat. Er hinterlasse faszinierende Zeitdokumente, die mit seinem fachmännischen Können und einem Gespür für historische Relevanz liebevoll zusammengestellt seien.

Blick in die Zukunft 

„Die Eschweger Jahreschroniken sind beeindruckende Zeitzeugen in Ton und bewegtem Bild, die uns dankbar für das in dieser Stadt Erreichte sein lassen und uns zugleich Mut machen, optimistisch in die Zukunft zu blicken“, sagte Heppe.

Tatsächlich hat der 87-jährige Schneider Regie, Kamera, Text, Schnitt und Produktion übernommen und koordiniert. Insgesamt 36 Filmdokumente, darunter 22 Jahreschroniken, haben das Urgestein der Eschweger Hobbyfilmer und seine Vereinsmitglieder bereits produziert und diese als einen wichtigen Teil Eschweger Stadtgeschichte dem Archiv übergeben. Einige dieser und viele weitere Filme der ESA werden seit 2014 auch im Offenen Kanal gezeigt.

Mit Schneider ist auch der Verein der Eschweger Schmalfilmamateure in die Jahre gekommen. Ob es eine Jahreschronik 2016 geben wird, steht noch nicht fest. Für Günter Schneider soll das die letzte Arbeit in dieser Größenordnung gewesen sein; die vielen Stunden am Computer hätten ihm einiges abverlangt. Die DVD der Jahreschronik 2014/2015 ist für 20 Euro im Stadtarchiv erhältlich.

Von Diana Wetzestein

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