Zukunftsatlas: Deutliche Verbesserung seit 2010

+
Hausbau - Eigenheim

Werra-Meißner. Im Standortwettbewerb aller nordhessischen Landkreise ist der Werra-Meißner-Kreis immer noch Schlusslicht. Aber: Er hat sich - vor allem seit 2010 - deutlich weiterentwickelt.

Das ist das Ergebnis des „Zukunftsatlas 2016“ des Wirtschaftsforschungsinstituts Prognos. Darin nimmt der Kreis Rang 280 aller 402 Landkreise und kreisfreien Städten ein. 2010 war es noch Rang 370 (von 412).

Einen Grund für den Rückstand in Nordhessen sieht Landrat Stefan Reuß (SPD) im Fehlen von sehr großen Arbeitsgebern. „Der Schwalm-Eder-Kreis hat B. Braun, Hersfeld-Rotenburg Amazon und der Kreis Kassel SMA und VW“, sagt Reuß. „Etwas Vergleichbares gibt es bei uns nicht.“ Das mache den Kreis aber auch weniger abhängig: Die Finanzkrise habe gezeigt, dass ein Branchen-Mix mit kleineren Firmen von Vorteil sein kann.

Im Bereich Arbeitsmarkt hat sich der Kreis im Vergleich zur Studie aus dem Jahr 2013 um fast 100 Plätze verbessert - unter anderem dank der niedrigen Arbeitslosenquote. Unter dem Aspekt „Wettbewerb und Innovation“ schnitt der Kreis dagegen relativ schlecht ab (Rang 341). Das liegt laut Reuß daran, dass im Kreis wenig Firmen aus einer Branche miteinander konkurrieren - aber das werde von Prognos hoch bewertet. Um den Erfindergeist der heimischen Unternehmer anzukurbeln, will Reuß den Innovationspreis des Kreises für 2017 wieder ausschreiben lassen. „Viele Unternehmen machen beim Innovationspreis in Göttingen mit, das Interesse ist also da.“

Auffällig ist, dass der Kreis zwischen zwei sehr erfolgreichen Landkreisen eingekeilt ist: Göttingen (Rang 79) und Kassel (Rang 111), der zu den besten zehn Aufsteigern der vergangenen Jahre zählt. Für Reuß ist das kein Nachteil. Er will den Werra-Meißner-Kreis als Wohnstandort stärken. „Wenn es sich hier gut und günstig leben lässt, dann sind die Menschen auch bereit, 45 Minuten zur Arbeit zu pendeln.“ (fst) Zum Tage, Hintergrund, Seite 2

Kommentare