Höhere Untergrenze bei Dorferneuerung schreckt wenige private Investoren ab

Zumeist nur Umdenken

Höhere Untergrenze kein Hindernis: Die im Rahmen der Dorferneuerung im Bad Sooden-Allendorfer Stadtteil Kleinvach vorgesehene Umgestaltung des Außenbereichs des Dorfgemeinschaftshauses kostet locker über 10 000 Euro. Archivfoto: sff

Werra-Meißner. Die Kommunen sind nicht betroffen, wenn die Untergrenze beim Fördern von Projekten in der Dorferneuerung rückwirkend zum 1. Januar von 3000 auf 10.000 Euro erhöht wird. Denn Bauvorhaben von Städten und Gemeinden kosten in der Regel mehr als 10.000 Euro, wie Bürgermeister bestätigen.

Doch den einen oder anderen Privateigentümer, der im Rahmen der Dorfentwicklung kleinere Modernisierungen vornehmen will, betrifft es. Zumeist ist nur ein Umdenken erforderlich. Stellten Hauseigentümer während der Laufzeit des Programms mehrere Förderanträge für kleine Verbesserungen wie neues Dach, moderne Fenster und energetische Fassade, so müssen die geplanten Veränderungen nun in einem Antrag zusammengefasst werden, will man die Untergrenze überschreiten, um in den Genuss des Zuschusses in Höhe von 30 Prozent zu kommen.

Wichtig zu wissen ist, dass die zeitliche Umsetzung der Arbeiten nach wie vor über mehrere Jahre gestreckt werden kann, heißt es aus der Kreisverwaltung. Und es seien nach Abschluss eines Bauabschnitts auch Teilauszahlungen des Zuschusses möglich.

Einige private Investoren würden durch die höhere Untergrenze aber auch abgeschreckt, sagt Weißenborns Bürgermeister Thomas Mäurer. Gerade ältere Alleinstehende, die ihr Häuschen energetisch verbessern wollen, könnten mit einer Untergrenze von 5000 Euro besser fahren. Um einen Giebel abzudichten oder die Wetterseite zu sichern, reichten oftmals weniger als 10.000 Euro aus.

Nun viele bei 11.000 Euro

Die Änderung der Richtlinie gilt rückwirkend ab Anfang des Jahres. Doch weil frühzeitig über die sich abzeichnende Änderung informiert worden sei, weiß der Bad Sooden-Allendorf Bauamtsleiter Helmut Franke, hätten sich viele Privatleute schon frühzeitig darauf eingestellt und kleine Maßnahmen schon im vorigen Jahr beantragt. Andererseits, das hat Großalmerodes Bürgermeister Andreas Nickel erfahren, lägen mittlerweile schon viele Anträge vor, deren Summen bei 11.000 Euro liegen.  

Von Stefan Forbert

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