Vor allem Kleinbauern lassen die Stalltore zu

Immer weniger wollen Landwirtschaft betreiben

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Werra-Meißner. Die Zahl der landwirtschaftlichen Betriebe im Werra-Meißner-Kreis hat in den vergangenen vier Jahren weiter abgenommen, von 1062 auf 1009 Ende 2012. Das bedeutet, dass sich der Rückgang verlangsamt hat. Vor 2009 waren jedes Jahr um die drei Prozent minus registriert worden.

Allein in Sontra, Meißner, Waldkappel und Wehretal schlossen von 2009 bis 2012 48 Bauern Stall- und Scheunentore für immer. Hauptsächlich geben kleine Nebenerwerbsbauern mit weniger als fünf Hektar Fläche ihren Betrieb auf. Diese Aussagen macht der zweite Bericht zur Lage der Landwirtschaft im Werra-Meißner-Kreis. Er wurde vom Fachdienst Ländlicher Raum erarbeitet und gestern in der Kreistagssitzung in Bad Sooden-Allendorf vorgestellt.

Wurden im ersten Bericht mit Daten von 2009 die landwirtschaftliche Wertschöpfung in den Mittelpunkt gestellt, geht es nun um die Entwicklung der Agrarstruktur der Region und welche Auswirkungen dies auf die Kulturlandschaft und die biologische Vielfalt hat.

So wird beispielsweise festgestellt, dass weniger Milchkühe gehalten werden, kreisweit acht Prozent weniger als 2009. Auch die Zahl der Rinder ging deutlich zurück, ebenso die Bestände an Schafen. In der Folge wird Grünland vermehrt in Ackerland umgewandelt, soweit dies möglich ist. So vergrößerten sich Haupterwerbshöfe um durchschnittlich fünf auf 95 Hektar.

Nicht anders verwendbare Wiesen könnten künftig ganz aus der Nutzung fallen, heißt es in dem Bericht. Da stellt sich dann die Frage, ob die Landwirtschaft die Kulturlandschaft noch auf Dauer pflegen kann oder die verstärkte Verbuschung droht. Vor allem Schäfereibetriebe und Extensivrinderhalter im Kreis leisten durch Beweidung von Schutzgebieten wertvolle Arbeit. Deshalb sei zu fordern, so der Bericht, dass den Tierhaltern leistungsgerechte Entlohnung gewährleistet wird.

Von Stefan Forbert

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