2000 Briefe im Wald gefunden: Postbote bleibt straffrei 

Frankfurt. Obwohl rund 2000 Briefe und Päckchen aus seinem Bereich in einem Wald gefunden wurden, ist ein Postbote aus Frankfurt freigesprochen worden.

Es habe nicht einwandfrei geklärt werden können, ob der frühere Briefträger tatsächlich Schuld habe oder reingelegt worden sei, entschied das Landgericht am Freitag. Die Richter erklärten damit das Urteil des Amtsgerichts in Usingen (Hochtaunuskreis) für nichtig.

Dort war der Mann im Dezember noch zu 4500 Euro Geldstrafe (150 Tagessätze) verurteilt worden. Spaziergänger und ein Jagdpächter hatten im Wald insgesamt rund 2000 Postsendungen entdeckt, die alle an Adressen im Zustellbezirk des Postboten in Wehrheim gerichtet waren. Daraus folgerten Polizei und Staatsanwaltschaft: Als Täter kommt nur der Briefträger infrage. Allerdings bestritt dieser die Vorwürfe vehement. In dem Postverteilzentrum hätten 88 Kollegen von ihm ungehindert auf die Sendungen zugreifen können. Man habe ihm auch einen Streich spielen können, hatte der Mann ausgesagt.

Der Verdacht habe sich nicht „zu jener Gewissheit verdichtet, die für eine Verurteilung nötig ist“, sagte der Frankfurter Richter. Niemand habe den Angeklagten dabei beobachtet, wie er die Post im Wald abgelegt habe: „Wir sprechen lieber jemanden zu Unrecht frei, als jemanden zu Unrecht zu verurteilen.“ (dpa)

Quelle: HNA

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