Ausbau der A 44 bei Hasselbach: Eine Kuh pro Hektar

Hasselbach. Ab Dienstag wächst die A 44 zwischen Kassel und Eisenach wieder ein gehöriges Stück weiter. Um 9.30 Uhr wird es den ersten Spatenstich für den Abschnitt zwischen Hasselbach und Waldkappel-Ost geben.

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Dieses Teilstück machte Schlagzeilen, weil hier erstmals die Umweltschutzorganisation BUND eine Klage zurückzog. Nachdem das Bundesverwaltungsgericht grünes Licht für das Anschluss-Teilstück Hessisch Lichtenau-Ost - Hasselbach gegeben hatte, sah der BUND für eine weitere Klage keine Erfolgsaussichten.

Bei dem nun im Bau befindlichen Abschnitt wird der Umwelt- und Naturschutz groß geschrieben. Bei Harmuthsachsen entsteht etwa eine Grünbrücke, über die Fledermäuse ungestört fliegen können. Die Beerbergbrücke bekommt extra hohe Wände. Die Fledermäuse werden so gezwungen, möglichst hoch zu fliegen und geraten dadurch nicht in die Autos auf der Autobahn.

Im Rodebachtal an der Autobahn werden Weiden angelegt. Dort soll dann exakt eine Kuh pro Hektar grasen. Die Kuh ist nötig, damit das Braunkehlchen dort brüten kann. Für den Nestbau braucht es die Gräser, die rund um den Kuhfladen wachsen. Mehr Kühe pro Hektar würden die Wiesen zertrampeln - das Braunkehlchen könnte nicht mehr brüten.

Insgesamt sind sechs der elf Abschnitte der 64 Kilometer langen Autobahn zwischen Kassel und Eisenach genehmigt. Sie werden nach und nach gebaut. Alle Genehmigungen könnten bis Ende 2012 vorliegen. Über den jetzt begonnenen Abschnitt sollen ab dem Jahr 2015 die Autos rollen. Die A 44 wird rund 1,4 Milliarden Euro kosten. Sie gilt damit als die teuerste Autobahn der Welt.

Von Frank Thonicke

Quelle: HNA

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