Leser berichten von ihren schlechten Erfahrungen bei Auto-Abnahme – Land verweist auf Prüforganisation

Ärger mit TÜV und Zulassung in Hessen

Kritischer Blick: Weil Kfz-Gutachten in Hessen kompliziert und teuer sind, weichen Oldtimerbesitzer auf andere Bundesländer aus. Dort sind andere Organisationen als Technische Prüfstelle zugelassen. Foto: dpa

Wiesbaden. Wer sich in Hessen mit einem nicht alltäglichen Anliegen an TÜV und Zulassungsstellen wendet, braucht Geduld und Geld – offenbar mehr als in anderen Bundesländern. Diese Erfahrung haben auch viele unserer Leser gemacht.

Nach unserem Bericht über komplizierte Verfahren bei Oldtimern oder Importautos ohne deutschen Kfz-Brief erreichten die Redaktion zahlreiche Zuschriften, in denen ähnliche Erfahrungen geschildert wurden.

„Auf die Frage bei mehreren hessischen TÜV-Stellen wegen des Eintragens von amerikanischen Felgen auf einen amerikanischen Truck haben mich alle Ingenieure gebeten, in die neuen Bundesländer zur Dekra zu fahren.“ berichtet Thomas Rose.

Auch mit der KFZ-Bündelungsbehörde in Fulda, die die TÜV-Gutachten nochmals überprüft, haben unsere Leser nicht immer positive Erfahrungen gemacht.

„Schön, da habe ich auch einen Prüfer, der mir den Umbau abnehmen würde, nur habe ich dann immer noch keine Garantie, dass die Abnahme das Wohlwollen der Bündelungsbehörde finden wird (...). Einzige Möglichkeit in meinem Fall: TÜV-Abnahme in einem anderen Bundesland, danach das Fahrzeug zu einem Bekannten in einem anderen Bundesland bringen, (...), dann mit dem Wagen nach Kassel fahren und dort wieder auf mich anmelden“, schreibt Stefan Freund.

Warum sind Abnahme und Zulassung in anderen Bundesländern offenbar einfacher und billiger als in Hessen?

Das Verkehrsministerium verweist auf die Zuständigkeit des TÜV für Fahrzeugabnahmen. Ob Zulassungsverfahren in anderen Bundesländern einfacher seien, könne man nicht beurteilen, teilt Ministeriumssprecher Wolfgang Harms mit. Die wesentlichen Rechtsgrundlagen seien bundesweit einheitlich, Spielräume gebe es etwa bei der Gebührenordnung. Festgelegt würden diese Gebühren allerdings von den kommunalen Zulassungsbehörden, das Land sei hingegen für die Genehmigung der TÜV-Gebührensätze zuständig.

Die Bündelungsbehörden hätten sich bewährt, weil deren Mitarbeiter bereits zahlreiche fehlerhafte Gutachten identifiziert hätten. Sie seien daher ein Beitrag zur Verkehrssicherheit, heißt es in der Stellungnahme.

TÜV Hessen gab Freitag bis Redaktionsschluss keine Stellungnahme ab.

Quelle: HNA

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