Atomaufsicht: Noch keine Hinweise auf Neustart von Atomkraftwerk Biblis

Biblis. Die hessische Atomaufsicht hat bislang keine Hinweise, dass der Energiekonzern RWE sein Atomkraftwerk Biblis in dieser Woche wieder hochfährt. „Es sieht derzeit nicht so aus, dass die Anlage wieder ans Netz geht“, erklärte ein Sprecher des hessischen Umweltministeriums.

Lesen Sie auch:

- Geht Atomkraftwerk wieder ans Netz? - RWE-Entscheidung zu Biblis B offen

Die Atomaufsicht könne jederzeit per Fernüberwachung feststellen, in welchem Status die Anlage gerade sei. RWE könnte den Block B zum Samstag rechtmäßig wieder hochfahren, da zu diesem Termin das im März verhängte dreimonatige Atommoratorium ausläuft. Nach den jüngsten, noch nicht per Gesetz umgesetzten Beschlüssen der Bundesregierung soll Hessens einziges Kernkraftwerk mit seinen zwei Blöcken - wie sechs andere Reaktoren in Deutschland auch - aber gar keinen Strom mehr produzieren. Möglich ist aber noch, dass die Bundesnetzagentur das Kraftwerk als „Kaltreserve“ aussucht und es für Belastungsspitzen vorhalten lässt. Dazu laufen noch Prüfungen. Das neue Atomgesetz soll bis zum 8. Juli beschlossen werden.

RWE hat nach eigenen Angaben vom Dienstag noch keine Entscheidung zum Weiterbetrieb von Biblis getroffen. Man werde sie noch in dieser Woche bekanntgeben, erklärte eine Sprecherin. Die Überlegungen betreffen nur den jüngeren Block B, dessen technische Revision am Freitag endet. Am Samstag läuft die Stilllegungsverfügung des Landes aus.

Block A steht derzeit ebenfalls still und darf wegen der ab Freitag angesetzten Revision nicht wieder hochgefahren werden. Ob die Arbeiten im geplanten Umfang stattfinden, werde noch beraten, sagte die RWE-Sprecherin. In der gesamten Frage gelte es, die politische Entwicklung zu beachten. Mehrere Politiker hatten RWE vor Provokationen gewarnt. Laut Atomaufsicht ist die Revision von Block B so gut wie abgeschlossen. Der Reaktorkern sei mit Brennstäben beladen und betriebsbereit. (dpa)

Quelle: HNA

Kommentare