Atomkraftwerk in Biblis wird abgerissen

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Atomkraftwerk Biblis.

Wiesbaden/Biblis. Das Atomkraftwerk im südhessischen Biblis soll abgerissen werden. Dies sei einem sicheren Einschluss (Versiegelung) vorzuziehen, teilte der Betreiber RWE am Freitag mit.

Bei der hessischen Genehmigungsbehörde werde daher der Abbau der Anlage beantragt. Die beiden 1974 und 1976 gebauten Atomreaktoren Biblis A und B waren im vergangenen Jahr nach dem Beschluss zum Atomausstieg endgültig vom Netz gegangen.

Das Umweltministerium in Wiesbaden sprach am Freitag von einem wichtigen Signal. Der Antrag soll in der zweiten Jahreshälfte eingereicht werden. Über eine tatsächliche Stilllegung will RWE aber erst entscheiden, wenn eine Genehmigung vorliegt. Unabhängig davon werde aber an der Verfassungsklage gegen das Atom-Aus festgehalten.

Umweltministerin Lucia Puttrich verwies auf die breite Mehrheit für den Abriss im Landtag. „Es ist wichtig, dass RWE den Rückbau nicht auf die lange Bank schiebt. Für die Bevölkerung ist das der einzig richtige Weg“, erklärte die CDU-Politikerin. Das Genehmigungsverfahren werde aber voraussichtlich mehrere Jahre dauern. Voraussetzung für den Rückbau sei, dass die Anlagen frei von Kernbrennstoff sind.

Die Brennelemente, die derzeit noch in den Nasslagern der Anlagen liegen, werden nach Angaben der Ministerin voraussichtlich bis 2014 (Block A) sowie 2016 (Block B) in Castorbehälter umgeladen und in das Standortzwischenlager gebracht. Von diesem Zeitpunkt an werden die Abbauarbeiten mindestens 10 bis 15 Jahre dauern. Im März waren sich in Wiesbaden im Umweltausschuss die Regierungsparteien CDU und FDP mit den Oppositionsparteien SPD, Grünen und Linkspartei über die Forderung nach einem schnellen Rückbau einig gewesen. Derzeit befinden sich die stillgelegten Reaktoren offiziell in der Nachbetriebsphase. (dpa)

Quelle: HNA

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