Ausbildungsmarkt: Neue Chancen für den Nachwuchs

Kassel. Nordhessische Unternehmen sehen sich mit einer Wende auf dem Arbeitsmarkt konfrontiert. Die durch den demografischen Wandel bedingte sinkende Zahl der Bewerber verringert die Wahrscheinlichkeit, geeigneten Nachwuchs zu finden.

Das verbessert die Lage der Ausbildungssuchenden und zwingt die Arbeitgeber, nach neuen Wegen der Nachwuchswerbung zu suchen. Trotz des schrumpfenden Bewerberpools geben sich die Agentur für Arbeit, die Industrie- und Handelskammer und die Handwerkskammer in Kassel optimistisch.

In der Abschlussbilanz zum Arbeitsmarkt 2009/2010 verzeichnet die Agentur für Arbeit mit 4783 Bewerbern 42 weniger als im Vorjahr. Allerdings ging auch die Zahl der gemeldeten Ausbildungsstellen um 99 auf 4003 zurück. Den Bewerbern sei zunehmend bewusst, dass die Unternehmen vor einem Nachwuchsmangel stünden, und könnten sich Stellen gezielter aussuchen als noch vor zwei Jahren, sagte Detlef Hesse, Leiter der Agentur für Arbeit Kassel.

Die IHK Kassel verzeichnete 5119 neue Ausbildungsverträge bis zum Stichtag 31. Oktober. Ein Minus von 1,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Walter Ruß, Aus- und Weiterbildungsberater bei der IHK, sieht darin einen Vorboten für die künftigen Auswirkungen des demografischen Wandels. Unternehmen stünden künftig vor dem Problem, den Fachkräftebedarf decken zu können. Ein stärkeres Engagement der IHK im Bereich der Berufsorientierung und der Ausbildungsreife soll der neuen Entwicklung entgegenwirken.

Im Handwerk ist die Ausbildungsbereitschaft nach wie vor hoch. Zum 31. Oktober verbuchte die Handwerkskammer Kassel im Kammerbezirk 2863 junge Menschen in einer handwerklichen Ausbildung. Ein leichtes Plus von 1,9 Prozent. Spitzenreiter in Nordhessen ist der Bezirk Kassel. Hier nahm die Zahl abgeschlossener Lehrverträge um 5,1 Prozent zu. (jbz)

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Quelle: HNA

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