Ausweis-Panne viel größer als bekannt: 5000 neue Persos in Hessen fehlerhaft

Kassel. Nach mehr als zwei Woche währender Fehlersuche hat der hessische Software-Dienstleister Ekom 21 gestern die Karten aufgedeckt: Von über 70.000 neuen Personalausweisen, die in Hessen mithilfe von Ekom21 ausgegeben worden sind, waren 5000 fehlerhaft.

Bislang war von mehreren Hundert die Rede. Hessen in 109 Städten und Gemeinden, die ihren neuen und deutlich teureren Perso zwischen dem 1. und 16. November beantragt hatten, wurde deshalb vertröstet: „Ihr neuer Ausweis muss nachgebessert werden!“ Konkret fehlte „auf der Rückseite des Ausweisdokuments der Name der ausstellenden Kommune“ teilte gestern Ekom21 mit, das ehemalige Kommunale Gebietsrechenzentrum (KGRZ) mit Sitz auch in Kassel.

Und wer ist schuld an der Panne? Bertram Huke, Geschäftsführer der ekom21, spricht von „mehreren Faktoren“. Einerseits seien nicht in allen Kommunen Testausweise produziert worden. Hinzu komme, dass von 203 Behörden, die Testausweise angefordert hatten, lediglich 44 einen solchen von der Bundesdruckerei erhalten hätten. Huke: „Wären sämtliche Testdokumente an die Kommunen versandt worden, wäre der Fehler frühzeitig aufgefallen und hätte noch behoben werden können.“ Allerdings sei der Zeitdruck für alle Beteiligten – Bundesdruckerei, Kommunen und das Software-Unternehmen, das die zentralen Daten hessischen Verhältnissen anpasste – auch „enorm groß“ gewesen.

Huke weiter: „Die Personalausweise werden nachgedruckt. Die betroffenen Bürgerinnen und Bürger müssen nicht noch einmal bei ihrer Stadt oder Gemeinde erscheinen.“ Außerdem soll den Kommunen kein wirtschaftlicher Schaden entstehen, deshalb arbeite man derzeit an einer Lösung gemeinsam mit der Bundesdruckerei.

Wer nicht warten kann, weil der alte Perso abgelaufen ist und der neue eine Macke hat, muss sich aber wohl doch aufs Amt bemühen. Hessens Inneministerium auf Anfrage unserer Zeitung: „In diesem Fall müssten eventuell für die Zeit bis zur Aushändigung des neuen Personalausweises ein vorläufiger Personalausweis ausgestellt werden.“

Von Wolfgang Riek

Quelle: HNA

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