Entführtes Baby aus Frankfurt ist wieder da - Zwei Festnahmen

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Frankfurt/Main. Das am Donnerstagmittag aus einem Frankfurter Krankenhaus entführte Neugeborene ist wohlbehalten gefunden worden. Nach einem Hinweis aus der Bevölkerung fand die Polizei das Kind in der Obhut von zwei 28 Jahre alten Frauen in Hattersheim.

Beide seien festgenommen worden, berichtete ein Polizeisprecher. Das am Donnerstagmorgen geborene Mädchen sei wieder in die Klinik nach Frankfurt-Höchst zu seiner Mutter gebracht worden.

Wenige Stunden nach seiner Geburt war das Mädchen aus der Entbindungsstation des Klinikums Frankfurt-Höchst entführt worden. Die Fahndung nach einer etwa 30 Jahre alten Verdächtigen blieb den Tag über ohne Ergebnis, wie die Polizei am Donnerstagabend mitteilte. Dann erfolgte die Festnahme.

Die Täterin soll sich als Krankenschwester ausgegeben haben und das Kind gegen 12.45 Uhr unter einem Vorwand mitgenommen haben. Die Mutter hatte der Frau ihr Kind in ihrem Patientenzimmer im vierten Stock selbst gegeben. Die gebürtige Libanesin spreche kein Deutsch und habe wohl geglaubt, dass ein Foto von ihrem Kind gemacht werden sollte, berichtete Polizeisprecher Karlheinz Wagner. Als ihr Kind eine Viertelstunde später noch nicht zurück war, schlug sie Alarm.

Die Entführerin trug ersten Ermittlungen nach ein weißes Oberteil und ein weißes Kopftuch, möglicherweise hatte sie einen Kinderwagen bei sich. Sie war zusammen mit einer etwa 25 Jahre alten Frau beobachtet worden, die von der Polizei aber nicht mehr als Mittäterin eingeschätzt wird. Die Fahnder beschreiben die Täterin als hellhäutig, etwa 1,70 Meter groß und von normaler Statur. Die Beamten ermitteln wegen Kindesentzugs.

Die Polizei geht nach intensiven Befragungen des 32 Jahre alten Vaters und eines Verwandten nicht von einem familiären Hintergrund der Tat aus. „Eine völlig unauffällige Familie“, sagte Polizeisprecher Manfred Vonhausen. Die miteinander verheirateten Eltern des 51 Zentimeter großen und 3200 Gramm schweren Neugeborenen, die aus dem Libanon stammen und in Hofheim im Taunus wohnen, stehen unter Schock und werden psychologisch betreut.

Die Polizisten durchsuchten ohne Erfolg die Klinik mit ihren rund 20 Fachabteilungen und 1000 Betten nach dem kleinen schwarzhaarigen Mädchen, das einen weißen Strampler mit vielen bunten Punkten trug. Die Fahndung mit einem Hubschrauber, Lautsprecherdurchsagen im Stadtteil und die Befragung von Anwohnern, Bus- und Taxifahrern sowie in Apotheken, Drogerien und dem nahen Main-Taunus-Einkaufszentrum blieben ohne Ergebnis. Die Ermittler hofften schließlich auf einen Spürhund, der bis zum Abend in die Klinik gebracht werden sollte.

Wieso das Baby überhaupt von einer Fremden aus der städtischen Klinik geholt werden konnte? Der medizinische Geschäftsführer Christof Kugler bat um Geduld und kündigte eine Aufarbeitung an. Videoaufzeichnungen gebe es von der Entbindungsstation nicht. Ob die Kameras im Eingang etwas aufgezeichnet haben, werde geprüft.

Quelle: HNA

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