Das europäische Hauptquartier zieht ab 2012 von Heidelberg nach Wiesbaden

Bauboom bei der US-Army

Im Wachsen: Das neue europäische Hauptquartier der US-Army bekommt eine hochmoderne Kommandozentrale für 1200 Mitarbeiter. Wegen des hohen Grundwasserspiegels im Erbenheimer Feld wurde der fensterlose Keller über die Erde gebaut. Foto: Heibel

Wiesbaden. Eisiger Wind bläst am Mittwoch über das Army Airfield in Wiesbaden- Erbenheim, an Bauarbeiten ist in diesen Tagen nicht zu denken. Dabei gäbe es hier jede Menge zu tun: Rund 550 Millionen Euro investiert die US-Army bis 2015 in der hessischen Landeshauptstadt, die künftig Standort des bislang in Heidelberg stationierten Europa-Hauptquartiers der Army sein wird.

2012 soll der Umzug beginnen. Die 1. Panzerdivision, die ihr Hauptquartier in Wiesbaden hat und derzeit noch mit 1000 Soldaten im Irak eingesetzt ist, wird dann längst abgerückt sein. Bis 2012 muss vor allem das neue Kommando- und Führungszentrum fertig sein; ein dann dreistöckiger Betonkoloss, in dem auf 26 000 Quadratmetern rund 1200 Mitarbeiter an hochmodernen Arbeitsplätzen ihren Dienst tun werden. Für Roger Gerber, Chef der Bau- und Planungsabteilung, ist Erbenheim zwar nicht das größte Projekt, aber der gewaltige 100-Millionen-Dollar-Bau ist schon das größte Gebäude, für das der 54-jährige Farmersohn aus Wisconsin bisher zuständig war.

Wo viele Menschen arbeiten, wollen auch viele wohnen können: Dort, wo einst Felder der benachbarten Domäne Mechthildshausen lagen, entstehen zur Zeit rund 330 Wohneinheiten - vom Doppelhaus über Mehrfamilienhäuser bis hin zu Stadtvillen für die obersten Dienstgrade. Rund 1200 Menschen werden dort leben, die Domäne bekam Ersatzland. Hier stieß man beim Bau sogar auf Reste von Hofanlagen aus der Römerzeit, auf Keramiken und Schmuckstücke, erzählt Gerber begeistert.

Doch es wird noch mehr gebaut: Auf dem Airfield-Gelände soll noch ein riesiges Parkhaus entstehen für 1100 Autos und in den seit den Fünfziger- und Sechzigerjahren bestehenden Wohnquartieren der Army in Wiesbaden, Hainerberg und Aukamm werden Schulen saniert, Wohnungen vergrößert und modernisiert und es entstehen neue Versorgungseinrichtungen. Das bislang architektonisch zweifellos schönste Gebäude ist ein hochmodernes, riesiges Fitness-Center neben dem zukünftigen Hauptquartier.

Lob für Wiesbaden

Ein riesiges Bauprogramm mithin, von dem die Öffentlichkeit kaum etwas mitbekommt. Und viel zu tun für Roger Gerber, der vor seiner heutigen Tätigkeit 30 Jahre Soldat war. „Ich war vorher drei Jahre in Heidelberg, jetzt bin ich seit zwei Jahren hier. Wiesbaden gefällt mir besser“, so der frühere Oberst, der mit seiner Familie in Flörsheim (Main-Taunus-Kreis) lebt.

Von Petra Wettlaufer-Pohl

Quelle: HNA

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