Besuch in Biblis: Umweltministerin findet nicht nur nette Worte für RWE

Biblis. „Biblis ist sicher und es wird auch in Zukunft sicher sein.“ Hessens neue Umweltministerin Lucia Puttrich (CDU), die das südhessische Kernkraftwerk am Freitag erstmals besuchte, betonte aber auch, dass man angesichts der Laufzeitverlängerung neu über Nachrüstungen reden müsse.

Kosten dürften dabei „überhaupt keine Rolle spielen“, so die Ministerin im Beisein von RWE-Power-Vorstand Gerd Jäger.

Puttrich zeigte ihre Verärgerung darüber, dass RWE gerade 92 erst zum Teil abgebrannte Brennstäbe austauscht, um sie nächstes Jahr wieder einzubauen. Das verschaffte Puttrich zwar einen Blick direkt in den Reaktor. Doch RWE umgeht so die Brennelementesteuer, die ab Januar für neue Brennstäbe fällig wird. Rechtlich sei das möglich, so Puttrich, „ob es politisch klug war, steht auf einem anderen Blatt“. In den Augen von Kernkraftgegnern untermauert das Verhalten von RWE die These vom „schmutzigen Deal“ zur Laufzeitverlängerung, RWE spart nun bereits 280 Mio. Euro.

Bei RWE gibt man sich gelassen, man müsse ohnehin erst einmal sehen, ob die Kraftwerke sich angesichts der Steuer und anderer neuer Auflagen noch rentierten, meinte Jäger. Dass der ganze Deal ein Geschmäckle hat, davon ist man auch bei der CDU überzeugt, am Donnerstag im Landtag hatte sie das Verhalten von RWE heftig kritisiert.

Berichte, denen zufolge das 2006 in Betrieb genommene Zwischenlager für abgebrannte Brennelemente zu klein sei, um die durch die Laufzeitverlängerung bis 2020 anfallenden Castoren aufzunehmen, wies Jäger energisch zurück. Es werde auch keine zusätzliche Halle beantragt werden.

Kein Problem sehen Puttrich und Jäger angesichts der aktuellen Bedrohungslage durch Terroristen. Die Sicherheitsvorkehrungen seien ohnehin schon sehr intensiv. Einen punktgenauen Flugzeugangriff etwa hält Jäger für „höchst unwahrscheinlich“ - zumal man in der Lage sei, das Kraftwerk in kürzester Zeit einzunebeln.

Quelle: HNA

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