Ausschreibung für wichtige Verbindungen öffnet Konkurrenz Zugang nach Hessen

Bleibt Bahn auf der Strecke?

Ein vertrautes Bild: Ein Regionalexpress der Deutschen Bahn AG bei Borken im Schwalm-Eder-Kreis. Sollte die Bahn die Ausschreibung der Verkehrsleistung auf dieser Strecke nicht gewinnen, könnten bald andere Züge von Kassel nach Frankfurt fahren. Foto: nh

Kassel / Bebra. Auf zwei wichtigen Schienenstrecken Hessens könnten ab dem Fahrplanwechsel am 9. Dezember 2012 Personenzüge privater Verkehrsgesellschaften rollen und damit die roten Regional- und Regionalexpresszüge (RB und RE) der Deutschen Bahn von den Gleisen verdrängen. Möglich wird dies, weil der Schienenpersonenverkehr auf den Strecken von Bebra nach Frankfurt (RE/SE 50) und von Kassel nach Frankfurt (RE/RB 30) öffentlich ausgeschrieben wurde. Von 2012 bis 2024 wollen der Rhein-Main-Verkehrsverbund und der Nordhessische Verkehrsverbund Verkehrsleistungen von fast fünf Millionen Zugkilometern vergeben - ein Mammutauftrag, der neben der Bahn auch andere Verkehrsunternehmen reizen dürfte.

Für die Bahn als Platzhirsch ist klar: „Selbstverständlich wird sich die Deutsche Bahn als bisheriger Betreiber der genannten Strecken an der Ausschreibung beteiligen. Dasselbe gilt für die ebenfalls am 31. Dezember 2009 ausgeschriebene Verbindung Glauburg-Stockheim - Bad Vilbel - Frankfurt“, sagt Bernd Honerkamp, stellvertretender Pressesprecher für Hessen, Rheinland-Pfalz und das Saarland der DB Mobility Logistics AG in Frankfurt.

Etwas zurückhaltender ist man bei zwei möglichen Konkurrenten: „Wir prüfen zum momentanen Zeitpunkt, ob und, wenn ja, mit welchem Unternehmen eine Bewerbung an der Ausschreibung erfolgt“, erklärte Christina Schloter. Sie ist gleichzeitig Pressesprecherin der Hessischen Landesbahn und der Cantus Verkehrsgesellschaft.

Als weiterer möglicher Bahnkonkurrent käme auch die Metronom-Eisenbahngesellschaft aus dem niedersächsischen Uelzen in Betracht. Die Gesellschaft, die mittlerweile hinter der Bahn größtes nicht bundeseigenes Unternehmen im Schienenpersonennahverkehr ist, wollte sich gestern nicht dazu äußern, ob es seine Fühler per Bewerbung Richtung Süden ausstrecken will. Die möglichen Bahn-Konkurrenten um die hessischen Strecken im Überblick:

Von Jürgen Umbach

Quelle: HNA

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